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[Quelle: Terminal Dresden]

Am 22.1.2000 findet in Freiberg (Sachsen) in der AZ Barrikade ein Soli-Konzert für die Angehörigen von Patrick, der im Oktober von drei Nazis erschlagen wurde, statt. Im folgenden der Flyertext:

Patrick - am 2.10.99 von Nazis ermordet!

Patrick T. wurde am 2.10.99 auf dem Nachhauseweg nach einem Punkkonzert in Hohenstein-Ernstthal von drei Nazis erschlagen! Schon während des Konzertes wurden vor dem Jugendhaus einige Konzertbesucher/innen von Nazis angegriffen und verletzt. Anschließend waren die Täter in die gegenüberliegende Disco "la belle" geflüchtet. Diese wurde im Laufe der Nacht dann von circa 50 Punks attackiert. Dabei kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Security vom "la belle", aus deren Umfeld auch die drei Täter stammen, die Patrick ermordeten. Erst Mitte Dezember wurden die Nazis, welche aus Zwickau und Glauchau stammen von den Bullen verhaftet. Einige Tage später wurden fünf chemnitzer Punks ebenfalls verhaftet. Ihnen wird ein mißglückter Brandanschlag auf das "la belle" vorgeworfen, der sich im Oktober ereignete.

Die Reaktionen auf diesen politischen Mord waren eher bescheiden: Am 3. Oktober hatten circa 150 Antifaschist/innen eine Spontan-Demo durchgeführt und an 20 Häusern antifaschistische Parolen hinterlassen, was viele Hohensteiner Bürger/innen sehr entrüstete. Die Häuser wurden deshalb von allen(!) Jugendvereinen der Stadt schnell wieder gereinigt.

Am 16. Oktober fand dann noch ein antifaschistischer Trauermarsch für Patrick statt, an dem sich - nach der üblichen Hetze und Distanzierung - wiederum nur 400 Teilnehmer/innen beteiligten. Eine Verwandte von Patrick, die sich zur Anmeldung des Trauermarsches bereit erklärt hatte, wurde unter Androhung von Horrorszenarien von den Bullen dazu bewegt, ihre Anmeldung zwei Tage vor der Demo zurückzuziehen.

Dieses Soli-Konzert sollte eigentlich in Hohenstein stattfinden, jedoch scheint es in Hohenstein keine Veranstalter mehr zu geben, die ein Punk-Konzert in ihren Räumen stattfinden lassen wollen. Damit hätten die Nazis erreicht, was sie wollten: nämlich ein weiteres Stück antifaschistische Gegenkultur zerstört.

Trotzdem wollen wir die Angehörigen von Patrick nicht allein lassen und ihnen wenigstens symbolisch zeigen, daß sie mit ihrer Trauer und Wut nicht ohne unsere Anteilnahme und Unterstützung dastehen. Die Mörder müssen zur Rechenschaft gezogen werden, ohne den politischen Hintergrund zu verschweigen!!!

Kein Vergeben - Kein Vergessen!

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