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A20 - Global Action Day

Einen Monat, nachdem Carlo Giuliani von italienischen Bullen bei Protesten gegen den G8-Gipfel in Genua erschossen wurde, gab es am 20.8.2001 weltweit Aktionen.

Hier soll es einen Überblick über die vielen Demos und Aktionen geben:

Aachen:
In Aachen demonstrierten zum Global Action Day bis zu 80 Menschen. Dezentral gab es über den Tag verteilt zahlreiche Kundgebungen, Performance-Aktionen, Straßentheater. Außerdem eine zentrale Abschlußkundgebung, eine kleine Demo und eine Soliparty. Die Resonanz bei den BürgerInnen war überraschend interessiert, oft zustimmend. Unter http://www.antifaprojekt.de gibt es zahlreiche Fotos vom Tag und eine Infobroschüre, zum Download.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Aurich:
Anläßlich des Global Action Day am 20.08.2001, in Gedenken an die Ermordung von Carlo Guiliani am 20.07.2001 durch einen Carabinieri und für die sofortige Freilassung aller noch in Genua Inhaftierten, gab es auch in Aurich eine Aktion unter dem Motto "Hinter der Unterdrückung, steckt das Kapital, smash capitalism global."
Aufgerufen wurde dazu, sich an diesem Tage um 16.00 auf den Auricher Marktplatz zu begeben um dort einer Soli-Aktion beizuwohnen. Neben der Bevölkerung vor Ort folgten dieser Aufforderung um die 50 BürgerInnen, SchülerInnen und einige AntifaschistenInnen. Neben einer symbolischen Aktion (verkleidete G8-Politiker mit einer Weltkugel), einem auf dem Marktplatz angebrachtem riesengroßen Transpi mit der Aufschrift "Hinter der Unterdrückung, steckt das Kapital, smash capitalism global", einem Infotisch, lauter Mucke, Flugblättern und Redebeiträgen folgten dann 1 Stunde später um die 50 Leute der Aufforderung zu einer spontan Demo durch die Stadt hin zum Bullenrevier.
Lautstark machte sich der kleine mob, der aus BürgerInnen, SchülerInnen und AntifaschistenInnen bestand, auf den weg zum Bullenrevier. Auf dem Weg dorthin wurde er von 50m von diesem entfernt von der Bullerei aufgehalten und dazu aufgefordert sich aufzulösen. Aus Rücksicht auf die BürgerInnen und SchülerInnen wurde dann darauf verzichtet weiter zu kommen und stattdessen die Demo laut und grölend zu einer Besichtigung des Rathauses geführt.
Am Marktplatz wieder angekommen wurde der mob dann, nach einer Mahnwache aufgelöst. Es gab ausser Personalienfeststellungen keinen stress und blieb ruhig. Alles in allem für eine Kleinstadt wie Aurich ein für uns einigermassen zufriedener Tag.
Quelle: indymedia - 22.8.2001

Bad Homburg:
Im Rahmen des Global Action Days besetzten mehrere Menschen der Antifa HG das Wahrzeichen der "Champagnerluft Stadt" Bad Homburg, den weissen Schlossturm. Nachdem Mensch, als Otto-normal-Tourist verkleidet, vom Pförtner den Schlüssel - zwecks Besichtigung - ausgeliehen hatte, wurden die Türen mit U-Schlössern versperrt. Aus den Fenstern wurden dann, weithin sichtbar, Transparente (1,50*4 Meter) mit der Aufschrift "G8 tötet" und "smash G8" gehängt. Es dauerte eine Weile bis schliesslich sich zu dem aufgebrachten Schlosspersonal auch die Leute in Grün hinzugeselten. Da alle Versuche die Schlösser mit Bolzenschneidern aufzubrechen scheiterten dauerte es noch länger. Als dann die Polizei es nach über einer Stunde geschafft hatte, eine Flex zu organisieren, bot Mensch grosszügiger Weise an, ihnen (der Polizei) die Mühe zu ersparen und unter der Bedingung, dass keine Anzeige erfolgt, den Turm freiwillig zu verlassen. Gesagt - Getan. Ausser Personalien-Feststellung nix gewesen... Währenddessen wurden in der Innenstadt mehrer hundert Flugblätter, in denen nochmal genauer auf das Thema des global action days eingegangen wurde, verteilt - und das mit teilweise überraschend positiven Resonanzen seitens der Bevölkerung.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Basel:
An der Demo beteiligten sich ca. 800 Leute, zum Teil vermummt. Bullen waren kaum zu sehen. Während der Demo wurde die ganze Zeit gesprüht, so ziemlich jede Bank musste dran glauben. An der italiensichen Botschaft flogen Flaschen und Steine. Wieder waren fast keine Cops am Start, bis auf 10, die in der Botschaft standen und sich bewerfen liesen. Danach zog die Demo weiter, ein paar Leute schlugen dann noch die Fenster von UBS ein und ein Stoffkörper der mit G8-Fahnen gespickt war, brannte.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Berlin:
Auf ein SPD-Büro in Berlin-Kreuzberg wurde in der Nacht zum 20.8. ein Anschlag verübt. Unbekannte warfen Türen und Fenster mit Steinen und Gläsern ein, die mit Farbe gefüllt waren. Es wurden mehrere Plakate gefunden, die auf einen Zusammenhang mit dem G-8-Gipfel in Genua hindeuteten.
Das Pressezimmer in der SPD-Bundeszentrale wurde von mehreren Leuten besetzt. Die BesetzerInnen verbarrikardierten sich, als studentische BesucherInnengruppe getarnt, im Zuge einer Führung in dem Saal. Sie übergaben eine Petition, die u.a. die Forderungen nach Freilassung der Gefangenen in Göteborg und Genua, Bewegungsfreiheit für alle - Abschaffung der Residenzpflicht und nach Abschaffung der Paragraphen 128 und 129 enthielt. Nach etwa einer Stunde gelang es den Bullen, mit einer Axt die Tür "zu öffnen". Die Leute konnten nach Personalienfeststellung wieder gehen. Draussen gab es eine Spontankundgebung mit ca. 70 Leuten. (Bericht)
In der Nähe des Ostbahnhof wurde das Soziale Zentrum "Carlo Giuliani" eröffnet. Die Hausbesetzung wurde nach etwa drei Stunden beendet. Die Personalien der BesetzerInnen sowie der vor dem Haus stehenden UnterstützerInnen wurden festgestellt. (Presseerklärung)
Um 14.00 Uhr wurde der "schwarze Block" (27 Kubikmeter) dem Bundesinnenministerium in Moabit übergeben.
Um 16.00 Uhr verfolgten am Checkpoint Charlie neben vorbeifahrenden TouristInnen und den eingesetzten Bullen noch etwa 200 Leute die theatralische Verhaftung von Demonstrierenden mit anschliessender Verurteilung.
An der grossen Bündnisdemo um 18.30 Uhr durch Kreuzberg 61 beteiligten sich über 1.000 Leute. Die Demo ging vom Marheinekeplatz zur SPD-Bundeszentrale.
Hier gibt es Fotos von einigen Aktionen.

Bielefeld:
Demo in Bielefeld zum Gedenken an die Gefangenen und Carlo Giuliani
Am Montag war es mal wieder so weit: es ging auf die Straße! Es versammelten sich ca. 60-70 Leute die den Aufrufen gefolgt waren. Mit Transpi ging es in die Altstadt und zurück zum Jahnplatz alles Innenstadt. Dann wegen starker Polizeipräsenz wurde die Demo von einigen Teilnehmern aufgelöst.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Bremen:
Am Ziegenmarkt trafen sich so um die 500-600 Leute, vielleicht auch mehr. Die Demo zog mit vielen Parolen und guter Stimmung an durch Bremen-Ostertor, an der Innenbehörde von Kuno Böse (!) zum Hauptbahnhof. Dort wurde der Sänger der Naziband "Endstufe" von seiner Position als beoachtender Passant entfernt. Vom Bahnhof ging die Demo in Richtung Innenstadt weiter. Der direkte Weg ins Einkaufsparadies war jedoch verstellt. Plötzlich kam Bewegung in die Demo, einzelne Blöcken lösten sich und gelangten über diverse Wege in die Fußgängerzone. Vor Karstadt wurden 50 Pink-Silver-Leute festgesetzt. Am Rathaus waren nochmal 150-200 eingekesselt. Der Rest lief durch die Innenstadt, bzw. stand hinter den Kessel und rief Parolen. Ausgerechnet jetzt setzte Regen ein. Die Pink-Silver-Leute konnten relativ schnell weitergehen, am Rathaus sah es nicht so gut aus. Es gab dann die Erlaubnis im Wanderkessel zur Kundgebung im Steintor zu gehen. Alle Zuschauer waren von der sinnvollen, polizeilichen Maßnahme überzeugt. Vor, hinter und neben dem Kessel liefen genauso viele Leute als demoartige Ersatzveranstaltung mit, wie auch im Kessel selbst waren. Am Steintor war Kundgebung. Musik und Essen zum entspannen und zum Kräfte sammeln. Nach Einbruch der Dunkelheit gab es im Open-Air-Kino den Genua-Rohschnitt von AK Kraak u.a. zu sehen.
Quelle (mit Fotos): indymedia - 21.8.2001

Cottbus:
So gegen 17.00 fanden sich so 80 Leute am Startpunkt ein. Viele Leute haben sich als Touris verkleidet und so Aufkleber wie "Polithooligan" oder "bitte erschießen, notorisch unzufrieden" auf der Kleidung. Mit dabei waren auch so Utensilien, mit denem Mensch ordentlich Krach machen konnte. Dann gabs auch noch so 3 Leute mit T-Shirts, auf denen "Polizei" und auf der rückseite "Black block undercover" stand, unterwegs.
Am Anfang gabs ne Rede übern Lauti und dann gings los Richtung Innenstadt. Einige Leute verteilten Flugis, in denen nochmal was zu den Vorfällen in der Diaz-Schule, Flüchtlingsthemen und Hannes Heine gesagt wurde. Die Demo wurde durch ne kurze Performance in einer FußgängerInnenzone unterbrochen: es gab Geräusche zu hören, die die Situation in der Diaz-Schule beschrieben, sowie Schüsse und schwedische Nachrichten bzgl. Göteborg. Leute, die bei den Schüssen umgefallen sind wurden mit Kreide umrandet und es gab Sprühereien: "Freiheit stirbt mit Sicherheit" und "Rote Zone, betreten verboten, Schußwaffengebrauch"; sodaß die Stadt auch im nachhinein noch was von der Demo hat.
Unverhofft erfolgte vor nem Kaufhaus noch ne Performance, deren AusrichterInnen sich dann noch der Demo anschlossen. Mit recht kraftvollen Parolen ("Gebt den Bullen die Straße zurück. Stein für Stein!") und ner ziemlich guten Stimmung ist die Demo dann, zum Teil mit Sprinteinlagen, am Endpunkt der Route angelangt. Dort gab es dann noch ein Interview von jemandem zu hören, der in Genua das zweifelhafte Vergnügen hatte, auf nem Bullenrevier zu landen und einen Redebeitrag. Dann war Schluß.
Die Polizei war echt popelig präsent. So vielleicht 10 kleine Autos. Ab und zu auch Leute mit Helmen. Also eher ruhig.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Dresden:
Nachdem diverse verlautbarungen zu Genua, Carlo und dem Kapitalismus im Allgemeinen, immer mal wieder aufgelockert von ein wenig netter Musike vom Band kamen, und eben jene Szene ablief bei denen wirklich 5 "Grüne" 2 Transparente vom Kulturdenkmal abnahmen, weil das vorher angeblich nicht erlaubt gewesen sei... da gab es dann leichte Tumulte und die üblichen Pöbeleien in Richtung Staatsmacht und eine Festnahme. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Menge von ca 35 (16:30) auf ungefähr 70-80 Leute erweitert...
Später liess man noch mal 2 Transparente in der Dresdner Sommerluft wehen, was aufgrund dessen, dass sie nicht am sondern nur vorm Denkmal wehten, möglich war und keine weiteren Probleme mit den Grünen heraufbeschwor...
Nach einer inszenierten Aktion (10 "Bullen" jagen 2 Demonstranten...), bei der selbst unsere Freunde in grün erst mal nicht so recht wussten, was nun vor sich geht, wurde die Aktion dann so gegen 19 Uhr aufgelöst und man wollte mit knapp 25 Leuten zur Schießgasse um den Verhafteten abzuholen... Dort gab es aber Platzverweise.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Düsseldorf:
Um 17.00 fand eine Solidaritäts-Performance am Schadowplatz statt. Rund um einen eilends errichteten großen Schwarzen Block versammelten sich die verschiedenen in Genua beteiligten ProtagonistInnen in ihren typischen Trachten. Mehr als eine Stunde lang umkreisten sie, getrieben von zwei Carabineri und unter aufmerksamer Teilnahme der PassantInnen, wiederholt den Block und die nähere Umgebung. Eine spontane Einladung an deren anwesende deutschen Kollegen sich am Motivzug zu beteiligen, wollten diese nicht annehmen. Das Interesse der Öffentlichkeit war spürbar, die mitgebrachten Flugblätter waren viel zu schnell alle. Die Aktion endete mit dem spektulären Zerfall des Schwarzen Blocks, der allerlei Buntes im Inneren freigab.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Duisburg:
Von 17 bis 18 Uhr fand in Duisburg auf dem König-Heinrich-Platz eine Mahnwache zum Gedenken an die Ermordung Carlo Giulianis statt. Eine handvoll Leute aus dem PDS/DKP/JungdemokratInnen-Umfeld war anwesend. Ein Ex-GDS-Mitglied beobachtete die Mahnwache aus sicherer Entfernung, ein "Rote Aktion"-Mitglied wurde ebenfalls gesichtet, eine andere Person - wohl aus dem Umfeld des antifaschistischen Komitees - verteilte Flyer für eine Veranstaltung am 23.08. in Duisburg-Marxloh.
Quelle: indymedia - 20.8.2001

Frankfurt/Main:
Am Ende der Zeil (Konsummeile) in Frankfurt sammeln sich ab 19.00 Uhr einige hundert Leute (auch aus Hanau, danke).
Die Demo geht dann über die Berger Str. nach Bornheim, wo in etlichen gut besuchten Straßencafés Flugis verteilt werden - die Demo selbst ist aber (fast zu) ruhig... In der Mitte von Bornheim gibts dann 'ne Kundgebung, ein kurzes Theaterstück (Brecht) und den AK Kraak-Film über Genua. Zu viele BFE-Bullen (Beweissicherungs- und Festnahme-Einheit, sind genauso eklig wie ihr Name) begleiten den Zug in lockeren Grüppchen.
Fazit: war auf jeden Fall besser, als durch menschenleere Viertel zur ital. Botschaft zu laufen. Es könnten sich auch mehr Leute (Gruppen) bei den Vorbereitungen beteiligen... BEWEGT EUCH!!
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Görlitz:
Montag Nachmittag hing an der Görlitzer Brautwiesenbrücke (stark befahrene Straße darunter) ein Transparent mit der Aufschrift KAPITALISMUS TÖTET - NICHT NUR IN GENUA!. Außerdem blieben aufmerksamen BeobachterInnen die großen Farbflecken über dem Eingang der Deutschen Bank-Filiale in der Innenstadt nicht verborgen. Über beide Sachen wurde nichts in der hiesigen Zeitung berichtet. Aber zum Glück gibt es Leute, die mit offenen Augen durch die Stadt gehen!
Quelle: indymedia - 25.8.2001

Greifswald:
Auch in Greifswald fand anläßlich des Global Action Days ein Aktion statt. Rund zehn Leute veranstalteten eine Performance in der Greifswalder Innenstadt.
Bereits am Tag nach dem Tod von Carlo gab es eine spontane Demonstration in Greiswald und auch heute fanden sich in der Greifswalder Innenstadt einige Menschen zu eine Aktion zusammen. An verschieden Stellen wurden die Schüsse und die Polizeigewalt szenisch in einer Performance dargestellt. Dazu wurden erschütternde Berichte von TeilnehmerInnen an den Protesten in Genua vorgelesen und Flugblätter verteilt. Die Reaktionen der PassantInnen reichten von geschäftiger Ignoranz und verwundertem Interesse. Alles in allem aber ein Erfolg, denn in dieser Stadt und dieser Region mit ihrer zähen Lethargie ist ein Engagement im globalen Sinne leider keine Selbstverständlichkeit.
Quelle (mit Foto): indymedia - 21.8.2001

Halle/S.:
Wir haben uns am Hauptbahnhof in Halle im strömenden Regen getroffen, um gegen die Polizeigewalt und Mord in Genua zu demonstrieren. Nach der ersten Kundgebung sind wir mit 80 TeilnehmerInnenn durch die Fußgängerzone zum Marktplatz gezogen. Dort gab es eine Zwischenkundgebung über die jetzigen Polizeigesetze in Sachsen-Anhalt, der Markt und die Fußgängerzone waren die ersten Innenstadtbereiche, die in Halle Videoüberwacht wurden. Es wurde ebenfalls gegen die kommenden noch menschenverachtenderen Sicherheitsgesetzen protestiert.
Danach gingen wir wenige hundert Meter zum Hallmarkt und der Hauptbullerei. Dort sollte die Abschlußkundgebung stattfinden. Die Bullen gingen direkt in die Demo und sie haben einzelne TeilnehmerInnen verhaftet. Kurze Zeit später wurden die ca. 60 verbliebenen Teilnehmerinnen gekesselt. Von einem Teil der Gekesselten wurden Personalien aufgenommen.
Es wurde von unterschiedlichen Polizeieinheiten Platzverweise an allen Straßen bzw. in alle Richtungen erteilt, was es den Leuten unmöglich machte, das Zentrum der Repression zu verlassen. Nach andertalb Stunden hatte der Bullenspuck im Dauerregen ein Ende und wir konnten den Platz verlassen.
Wie sich herausstellte, wurden die zwei DemonstrantInnenn wegen Beamtenbeleidigung verhaftet und nach etwa zwei Stunden wieder frei gelassen.
Die hohe Bullendichte erklärte sich dadurch, daß gleichzeitig Schröder in Halle war, während der Demo war er in der Nähe des Hallmarkts.
Quelle: indymedia - 24.8.2001

Hamburg:
Am 20.08.2001 gab es mehrere Aktionen im Rahmen des globalen Aktionstages für die Freilassung der GenossInnen, die noch in Italien und Schweden im Knast sitzen.
In der Nacht zu Montag wurde eine Kaimauer im Hamburger Hafen mit dem Spruch "G8 Kapitalismus tötet" verschönert. Leider wurden dabei 4 Aktivistinnen von den Bullen verhaftet und von ca. 2 Uhr Nachts bis um ca. 10 Uhr morgens bei den Bullen festgehalten und ED behandelt.
Morgens um 9 Uhr versammelte sich eine Gruppe vor dem italienischen Konsulat in der Feldbrunnenstrasse und versperrte den Eingang des Konsulats mit mehreren Black Blocs. Später konnte eine Delegation von vier AktivistInnen in das Konsulat und mit dem Konsul sprechen.
Um 12 Uhr malte eine Gruppe von 25 mit weisser Farbe Umrisse von Menschen in der Spitaler Strasse auf den Boden, goß größere Mengen rote Farbe auf den Boden und malte Sprüche wie "G8 - Mörder" und "Genua das war Mord". Nach kurzer Zeit wurde die Veranstaltung durch zwei eifrige Zivis unterbrochen, die es nicht lassen konnten, immer wieder einzelne in der Menge anzugehen. Da sie der Lage nicht gewachsen waren, riefen sie per Funk weitere Kräfte. Diese nahmen von 6 Personen die Personalien auf. Die Zivis ärgerten sich über die Frechheit, das nur noch 6 anwesend waren und die "feigen anderen" verschwunden waren. Staatstreue Bürger, die dem Geschehen beiwohnten, vielen durch intelligente Sprüche auf. Bei ihnen "auf dem Dorf würde sowas nicht passieren, da würden ihre Jungs denen kräftig was auf den Deckel geben", andere hätten gerne die Telefonnummer von Ronald B. Schill gehabt, um Ihm von der schrecklichen Jugend dieser Stadt zu erzählen. Große Aufregung herrschte auch, daß die verkommenen jungen Menschen nach der Feststellung der Personalien wieder gehen durften.
Quelle (mit Foto): indymedia - 20.8.2001

Pink-Silver Performance am Global Action Day im Hamburger Hauptbahnhof und in der Innenstadt. Laut, überraschend und erfolgreich haben ca. 30 FrauenLesben heute am 20.August gegen die Repression in Genua, die ökonomische Globalisierung, die Festung Europa und für die Freilassung aller Gefangenen die im Rahmen der Antiglobalisierungsproteste verhaftet wurden demonstriert. Teil 1 "Genua das war Mord - Widerstand an jedem Ort", "Wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen" und "No border, no nation - Stop deportation" waren heute die Parolen, die die FrauenLesben in ihren pink angesprühten Overalls mit Puscheln und Rythmusinstrumenten in einer Tanzperfomance im Hamburger Hauptbahnhof gerufen haben. Am Haupteingang gings los, dann eine grosse Runde durch den Bahnhof. Zwischendurch wurde per Megaphon ein Redebeitrag gehalten und - die Sicherheitsleute überrascht, verunsichert und zu langsam für die gute Laune versprühenden Aktivistinnen. Dann raus aus dem Bahnhof ins Einkaufsgewühl der HH´er Innenstadt, Redebeitrag in der FussgängerInnenzone und weiter gepuschelt zu Karstadt. An den immer noch überraschten Sicherheitsleuten von Karstadt vorbei, hinein in den Konsumterror und auch dort puscheln, tanzen und laut Parolen rufen. Von Karstadt zum Jungfernstieg und dort in die Bahn und nach Hause!
Quelle (mit Foto): indymedia - 20.8.2001

Um kurz vor 12 Alarm auf dem Platz beim Mönckebrunnen (Burger King). Leuten malten weiße Umrisse von Menschen auf den Boden darüber standen Parolen wie "G8-tötet", "Freiheit stirbt mit Sicherheit" usw. Über eine halbe Stunde später war die Einsatzbesprechung bei der schon von Anfang an anwesenden Polizei zuende. Als erste Amtshandlung wurden Warnhütchen aufgestellt, damit sich kein Passant rote Schuhsohlen holt, oder noch schlimmer, die Farbe in der ganzen Innenstadt verteilt. War in der halben Stunde bis dahin aber noch nicht passiert.
Um 14 Uhr 12 fuhren so 50-60 Leute mit dem Regionalexpress in Richtung Bremen los. In Bremen angekommen ging es gleich als Demo vom Hauptbahnhof in Richtung Autaktkundgebung. Die ersten hundert Meter fuhr die Polizei friedlich hinterher. Irgendwann setzte sich wenigstens ein Six-Pack vor die Demo um für ein Maß an Verkehrssicherheit zu sorgen. Kurz danach trafen wir auf eine weitere Kleindemo von 50 Leuten. Vereint ging es weiter zum Ziegenmarkt, wo schon Leute waren. 200 Meter vor dem Ziegenmakrt (Am Dobben/Humboldtstr.) stellten sich Polizeifahrzeuge über die Fahrbahn. Die Demo wurde angehalten. Eine von den schönen schwarz-gekleideten Bremer Einheiten traf auch noch ein. Die Cops wollten nur mal in die Taschen schauen wegen Waffen etc. und weil an dem einen Einsatzfahrzeug eine Beule sei. Zur Taschenkontrolle wurden die Leute einzeln aus dem Kessel abgeführt, teilweise auch mit brutal auf den Rücken gedrehten Armen. Sie wurden an eine Wand oder Einsatzfahrzeug gestellt. "Hände an die Wand, Beine breit!". Die Personen wurden durchsucht, genauso wie das Gepäck. Gefunden wurde nichts und alle durften weitergehen, wenn auch teilweise mit kleineren Blessuren.
Die Rückfahrt nach Hamburg verlief angenehm ruhig.
Quelle (mit Fotos): indymedia - 21.8.2001

Hanau:
Der Schwarze Block zog durch die Hanauer Innenstadt!!! Alles Heil geblieben. Kein Bruch. Keine Verletzte. Nur dumme Gesichter.
Der Schwarze Block in Hanau war recht unspektakulär - etwa 60 cm auf 100 cm auf 150 cm rollte er etwas schwerfällig durch die Hanauer Konsumzone. Ein paar große Augen, ein paar abfällige Bemerkungen, ein paar "ahh, eben hab ich's gerafft!" und schon waren die Flugblätter alle. Danach gings nach Frankfurt!
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Hannover:
Am Morgen (6.30 Uhr) den 20.08.01 haben wir eine Transparent-Aktion an der Brücke des Südschnellweg (nähe Ricklinger Kreisel) in Hannover getätigt. Wir wollten damit die Arbeiter/innen, die auf dem Weg zur Maloche waren, auf den Mord an Carlo Guiliani durch den Staatsterrorismus aufmerksam machen. Das Transparent hing mindestens noch eine Stunde, ehe es von den Staatsbütteln abgerissen worden ist.
Quelle (mit Foto): indymedia - 21.8.2001

Kamen:
In Kamen fand am 20. August anläßlich des Global Action Days eine Aktion mit 22 TeilnehmerInnen vor einer Sparkasse. Mehrere Tranparente und eine kleine Theateraktion sollte Polizeiterror kritisieren.
Die TeilnehmerInnen trafen sich um halb vier vor der Städtischen Sparkasse in Kamen. Die AktivistInnen entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "Für die Macht der Reichen gehen Sie über Leichen" vor dem Haupteingang. Und über Leichen mussten die KundInnen der Sparkasse gehen, wenn sie ins Gebäude wollten, denn drei AktivistInnen lagen, mit Kopfschusswunden und Verletzungen geschminkt, vor dem Eingang.
Der Leiter der Sparkasse kam auch nach kurzer Zeit nach draußen und forderte die AktivistInnen zu gehen und den Eingang freizumachen. Er wurde allerdings von einer Angestellten der Bank aufgefordert die Leute doch liegenzulassen, denn das sei doch völlig OK was die machen würden. Sie wurde von einer Passantin unterstützt die sagte "Vor 20 Jahren hätten wir sowas auch gemacht". Also konnten die Leute liegen bleiben und die Polizei tauchte nicht auf.
Vor dem Nebeneingang wurden zwei weiter Transparente entrollt. Sie hatten folgende Aufschrift "Gegen Polizeistaat und Ausreiseverbot" und "Freiheit für alle in Genua Verhafteten". Die AktivistInnen hatten außerdem noch Plakate dabei, mit denen die Sparkassen-Aussenwand etwas verschönert wurde oder die auf Holztafeln montiert wurden. Sie thematisierten vor allem die Polizeigewalt und die Polizeirepression in Genua als auch in der BRD. Außerdem wurde versucht die Leute auch etwas auf Alternativen zu diesem System hinzuweisen, ihnen zu vermitteln das Kapitalismus kein Naturgesetz ist und Sexismus und Rassismus keineswegs "normal".
Die Reaktionen der PassantInnen waren im Durchschnitt positiv, so dass eine Vielzahl an Flugblätternverteilt werden konnte.Örtliche Presse und Radio (Radio MK-Sendung wird am Donnerstag um 20.04 Uhr ausgestrahlt) waren ebenfalls vor Ort.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Kiel:
Am 20.8.01, dem Global Action Day mit Bezug auf die weltweiten Kämpfe gegen Herrschaft und Kapitalismus und die brutale Repression gegen DemonstrantInnen in Genua, gab es in Kiel eine Plakatierungsaktion. Viele Wände wurden mit Parolen besprüht und das Weltwirtschaftsinstitut wurde mit Farbeiern eingedeckt. Widerstand gegen Herrschaft und Kapitalismus überall!
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Köln:
Neben der Besetzung des SPD-Büros gab es noch einen Infostand mit einer Ausstellung mit Fotos von den Ereignissen in Genua, Strassentheater mit einer symbolischen "Roten Zone" und der Befragung von PassantInnen, ob sie die "Globalisierung" kritisch sehen würden und ob sie evtl. schwarze Kleidung besitzen würden. Wenn die Fragen mit ja beantwortet wurden, wurden die Befragten als "gefährliche Globalisierungsgegner" eingestuft. Um 17 Uhr startete am Offenbachplatz ein "Trauermarsch", um den Kapitalismus symbolisch zu Grabe zu tragen. Er führte über Kölns Haupteinkaufsmeile Hohe Strasse zum Roncalliplatz am Dom. Auf der Hohe Strasse, wo noch reger Einkaufsbetrieb herrschte, erregte der Zug mit echtem Sarg und Demo-TeilnehmerInnen, die z.T. in festliche Trauerkleidung gehüllt waren, einiges Aufsehen. Gegen 18 Uhr trafen sich alle Gruppen, die den Tag über an verschiedenen Stellen der Stadt aktiv gewesen waren, zu einer Abschlusskundgebung und VoKü auf dem Roncalliplatz am Dom.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Konstanz:
Bericht von einer kleinen Aktion in der Innenstadtvon Konstanz am 20.8. im Rahmen des Global Action Day
Trotz nicht genehmigtem Infostand trafen sich gestern mehrere Leute in der Konstanzer Innenstadt, um Soli für die Gefangenen in Genua zu machen. Wir verteilten Flugis, Spendenaufrufe und Indyprintausgaben und verschönerten die Strassen mit Kreide, Transpis und Plakaten. Wir hatten eine Menge Spass, obwohl alles unter den strengen Augen zweier Zivibullen vom Staatsschutz stattfand. Den Genuafilm konnten wir entgegen der Ankündigung leider nicht zeigen, wir holen es aber sicher nach! (Terminankündigung auf linksrhein checken!)
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Leipzig:
Der Global Action Day in Leipzig fand in verschiedenen Aktionen seinen Ausdruck.
So wurden in der Nacht zum A20 viele Fahrkartenautomaten für öffentliche Verkehrsmittel in Leipzig mit Aufklebern versehen. "System kaputt!", die Leipziger Verkehrsbetriebe luden ohne ihr Wissen zum kostenlosen Fahren ein...
Zudem wurden in derselben Nacht verschiedene "Totenmarkierungen" mit Blutspuren, angrenzend zur Innenstadt, mit der Aufschrift: "Kapitalismus tötet! - Täglich!" angebracht.
Am Abend des A20 wurde dann der Genua-Film auf einer Leinwand auf dem Marktplatz gezeigt. Dieser bestand aus geschnittenem Rohmaterial von Kanal B, AK KRAAK und Indymedia. Die Polizei hielt sich trotz dieser unangemeldeten Aktion jedoch relativ fern.
Abschliessend ist allerdings zu sagen, dass die Aktionen kaum großes öffentliches Interesse erregten. Dies liegt sicherlich auch daran, dass Teile der Linken in Leipzig der neuen global-sozialen Bewegung sehr kritisch gegenüberstehen und die divergierenden politischen Positionen innerhalb der Leipziger Linken eine einheitliche Aktion erschweren. Außerdem verhinderten verschiedenste Organisationsmängel eine größere Mobilisierung für den A20.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Leverkusen:
Dort fand bereits am Samstag eine A20-Aktion statt. Rund 60 Leute hatten sich an einem gutfrequentierten Platz versammelt, Schautafeln, Volxküche und Anlage aufgestellt. Im Verlauf der rund dreistündigen Aktion wurden wiederholt Erlebnisberichte aus Genua verlesen. Als taktisch geschickter Coup erwiesen sich die Schautafeln, an den Bilder und Berichte aus Genua angebracht waren. Diese wurden von vielen PassantInnen eingehend studiert, wobei sich wieder einmal zeigte, dass die Gesellschaft des Spektakels "starke" Bilder benötigt, damit die Message in die Gehirne einzudringen vermag. Es gab einiges Interesse und manche Diskussion, auch wenn die Stimmung bei den Beteiligten, die sich vornehmlich im "kleinen Schwarzen" präsentierten, angesichts des strahlenden Sonnenscheins eher etwas schläfrig war.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Lüneburg:
Am Montag nachmittag fand im Andenken an Carlo Guiliano ein Trauermarsch durch die Lüneburger Fußgängerzone statt. Etwa 30 Personen nahmen teil, es wurde geschwiegen und meist feierliches Schwarz getragen, bis auf eine Person, die als Demonstrant verkleidet war (weiße, lockere Kleidung, keine Waffen/Schilder/sonstwas, und (kunst)blutverschmiert). Auf mitgeführten Kreuzen wurden neben Carlo auch Meinungs-, Bewegungs-, Demonstrations- und Pressefreiheit sowie Menschenrechte und Demokratie (symbolisch) zu Grabe getragen. Vor und nach der spontanen Ausweitung der Route zur Bezirksregierung wurde am Marktplatz kurz der Sinn der Aktion erläutert: Dem Gedenken des ermordeten Carlo Guilianos, die unzähligen (Schwer)verletzten durch die italianischen Faschos, Verzeihung, Polizisten, und nicht zuletzt, warum mit den Kreuzen auch die Rechte aller (bürgerlichen) ZuhörerInnen beerdigt werden.
Die anwesenden Polizisten zeigten sich kooperativ bis amüsiert, Gespräche waren möglich. Leider hat das Berichtschreiberchen nicht mitbekommen, was die Beinah-Rentner (es waren wohl die ältesten Polizisten, die sie hatten) zum Verhalten ihrer KollegInnen in Genua sagten. Versuchts bei euren Ordnungshütern...
DAS WICHTIGSTE: Die Aktion kam gut an, die 400 Flyer wurden komplett verteilt, die Reaktion der Leute war recht positiv, bei den Redebeiträgen hörten Menschen zu und blieben stehen. Die Stille bei der Aktion , verbunden mit Requisiten und Kleidung, hat wohl Interesse erzeigt, auch bei Leuten, die sonst eher wegsehen/hören.
Quelle: indymedia - 22.8.2001

Madrid:
Um 20.00 Uhr versammelten sich vor der italienischen Botschaft ungefähr 200 Personen mit Transpis und Flugblättern, um ihre Solidarität mit den politischen Gefangenen in Genua zum Ausdruck zu bringen. Es wurde die sofortige Freilassung der Gefangenen gefordert und das Vorgehen der italienischen Polizei auf das Schärfste verurteilt. Die Aktion verlief friedlich, und die Beteiligung war sehr befriedigend im Hinblick darauf, dass die ganze Stadt im Urlaub ist... Von weiteren Aktionen in Madrid ist nichts bekannt.
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Mainz:
Kundgebung in Mainz mit leider nur 30-40 Menschen, aber ohne schwarzen Block (schade!)
Auch das Fassenachts-Kaff Mainz blieb nicht vom A20-Action Day verschont. Zwar fanden sich gerade 30-40 Menschen auf dem Schillerplatz vor dem rheinland-pfälzischen Innenministerium ein, um an die Ereignisse in Genua zu erinnern und die Freiheit der in Genua und Göteborg Inhaftierten zu fordern. Die geringe Zahl war aber auch der für einen Werktag frühen Zeit und der mäßigen Mobilisierung geschuldet. Zudem muss es für Mainz auch erst wieder zur Selbstverständlichkeit werden, dass radikale Linke auf die Strasse gehen. Immerhin provozierte die Kundgebung auch den Einsatz mehrerer Dutzend Damen und Herren in Grün und einiger unheimlich unauffälliger Damen und Herren in Zivil. Die Bullen waren mit Sicherheit noch geschafft von der für Mainz großen und kämpferischen Spontandemo am 27.07, die ihren wachsamen Augen offensichtlich völlig entgangen war.
Über einen Lautsprecherwagen wurden auf der jetzigen Kundgebung Redebeiträge verlesen, es wurden Flugis und die Indymedia-Printausgabe verteilt und Transpas aufgehängt. Anschließend ging's für einige MainzerInnen nach FfM zur dortigen ebenfalls nicht mit einer allzu großen TelnehmerInennzahl gesegneten Aktion. Dort wurde auch der AK Kraak-Film zu Genua gezeigt, der vielleicht auch demnäxt in Mainz gezeigt werden wird. Watch out for Ankündigungen!
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Mannheim:
In Mannheim fand eine über 4stündige Kundgebung mit Infostand und Austellung zu Polizeigewalt/Genua im speziellen und zum Kaputtalismus im allgemeinen statt. Die PassantInnen wurden die ganze Zeit mit Redebeiträgen, Interviews, Erlebnisberichten - teils von Betroffenen direkt vorgetragen - und subversiver Musik beschallt und mit knapp 2500 Flugis beglückt. Stellwände mit Fotos und Texten zum Thema stießen auf breiteres Interesse und machten es offenbar vielen leichter, stehen zu bleiben sich zu informieren und schließlich mit uns ins Gespräch zu kommen.
Die "Geht-doch-arbeiten-ihr-Spinner-ihr-gehört-doch-alle..."-Fraktion machte sich kaum bemerkbar und sehr viele Leute zeigten offen ihre Sympathie oder erzählten von ihren persönlichen negativen Erfahrungen mit der Staatsgewalt.
Es beteiligten sich zwar nie mehr als ca. 60 Leute an der Aktion - wir bewerten sie aber ob unseres Anklangs dennoch als Erfolg.
Quelle: indymedia - 20.8.2001

Marburg:
Um 17.17 Uhr besetzten ca. 40 Menschen die Kreuzung Universitätsstr./Gutenbergstr. und entrollen mehrere Transparente. Ein Aktivist verliest einen Aufruf zum A20, andere AktivistInnen fangen an die Strasse zu bemalen. Etwa 60 Menschen bleiben im Kreuzungsbereich stehen, um sich mit den AktivistInnen zu solidarisieren. Nach ca. 10 Minuten kam die Polizei und die Aktion wurde nach der Versicherung der Polizei, dass die AktivistInnen auf dem dem Bürgersteig soviel machen könnten wie sie wollen, beendet. Nach einer kurzen Pause akzeptieren die AktivistInnen den Vorschlag der Marburger Polizei, weitere Aktionen auf Bürgersteigen zu machen, weil das ja (nach Meinung der Polizei) nicht verboten ist. Und so zogen die AktivistInnen mit einer Transpikette in die Innenstadt (immer schön auf dem Bürgersteig) und von da aus Richtung Innenstadt und dann Richtung der Burschenhäuser. Danach gab es noch eine Party in der Innenstadt.
Quelle: indymedia - 20.8.2001

Merseburg:
In Merseburg fand am 20. August ein Trauermarsch mit ca. 50 TeilnehmerInnen statt. Mit dieser Performance sollte der in Genua anlässlich des Weltwirtschaftsgipfels erschossene Demonstrant Carlo Guiliani symbolisch auf einem Platz im Merseburger Zentrum beerdigt werden. Ziel der Aktion war, das Thema Polizeigewalt hier und in Italien in den Kontext des kapitalistischen Systems zu stellen und Menschen mit den weltweiten Problemen dieser Gesellschaftordnung zu konfrontieren.
Die meist schwarz gekleideten TrauermarschteilnehmerInnen trugen ein Transparent und einen Sarg durch die Haupteinkaufsstraße und stellten einen echten Grabstein auf. Dazu gab es zwei Infowände auf denen die Geschehenisse in Genua dokumentiert wurden. Des weiteren trugen viele Trauergäste Schilder mit einem Fadekreuz am Körper auf denen "schiess doch" zu lesen war. Die Polizei liess es sich nicht nehmen, um die angemeldete Veranstaltung ein Spalier zu ziehen und mehrere Zivilbullen einzusetzen, die gezielte Fotos von TeilnehmerInnen machte. Insgesamt waren ca. 50 Beamte im Einsatz und es war unschwer festzustellen, dass diese Veranstaltung offensichtlich ein Dorn im Auge der örtlichen Polizei war. In diesem Sinne:
Global resistance!
Fight capitalism!
Quelle: indymedia - 22.8.2001

München:
In München veranstaltete das Münchner Bündnis gegen Rassismus ein Protestkundgebung anlässlich des Global Action Day für die Verfolgten und die Opfer des Staatsterrors in der bürgerlich kapitalistischen Weltordnung.
In Redebeiträgen, u.a. von Opfern des Polizeimassakers in der Schule in Genua, wurde die Hintergründe und Zusammenhänge zwischen den herrschenden Verhältnissen, rechter Entwicklungsdynamik und den daraus folgenden Staatshandeln diskutiert. Ob der Versuch die wachsende Widerstandsbewegung gegen die globale Ausbeutung, mit williger Hilfe der bürgerlichen Medienlandschaft, zu diffamieren, zu spalten, zu schwächen und letztlich zu vernichten, Erfolg haben wird, zeige die Zukunft. Das Gebot der Stunde sei Solidarität trotz alle dem und eine Verdopplung der Anstrengungen.
Über Lautsprecher wurden den ca. 200 Teilnehmerinnen und den vielen PassantInnen Ausschnitte aus der Genualiveberichterstattung eines unabhängigen Radiosenders vorgespielt. In einer AgitProp Aktion verdeutlichte eine Laienspielgruppe nochmals das Anliegen der Veranstaltung. Von den Parteien solidarisierte sich lediglich die PDS München mit den Protesten.
Außer einiger üblicher Provokationen seitens der Staatsmacht verlief die Action bis dato friedlich. USK Beamte penetrierten eine Frau weil sie Videoaufnahmen von Polizisten gemacht hatte und die Schauspielgruppe musste ihren Schaumstoffschlagstock gegen einen Schirm tauschen.
Unterschiedliche weitere Aktionen, wie z.B. einige SPD-Bürobesetzungen, fanden auch in anderen Städten in der BRD und weitere auf der ganzen Welt statt. Im Fernsehen oder Radio war davon bisher nichts zu sehen, bzw. zu hören, was den Wert friedlichen Protestes in einer mediendominierten Gesellschaft erneut relativiert. Um so relevanter sind jedoch unabhängige Medien einzuschätzen und der Kontakt mit den Bürgern auf der Strasse.
Quelle (mit Foto): indymedia - 20.8.2001

Nürnberg:
In Nürnberg gab es gestern eine kleine Kundgebung am Weißen Turm im Rahmen des Global Action Days. An der recht kurzfristig organisierten Aktion beteiligten sich ca. 50 Personen. Auf Schautafeln wurden Zeitungsartikel und Kommentare zu Genua und der Polizeirepression ausgehangen, dazu gab es ein paar Redebeiträge und noch ein paar schicke Transpis. Dabei wurde auch gleich die Gelegenheit genutzt, um ein bißchen Werbung für den heißen Empfang Berlusconis auf dem CSU-Parteitag am 12.-13.10.01 in Nürnberg zu machen.
Positiv waren vor allem die Reaktionen der Leute, die zufällig in der Stadt waren. Interessiert lasen sie die Infos durch, vereinzelt gab es auch Zustimmung.
Alles in allem eine gelungene Aktion, auch angesichts der kurzen Vorbereitung und dass die Mobilisierung über Internet für den falschen Platz geschehen ist. (Lorenzkirche wurde vom Ordnungsamt nicht genehmigt...)
Quelle: indymedia - 21.8.2001

Paderborn:
Im Rahmen eines globalen Aktionstages, der von verschiedenen Gruppen auf der ganzen Welt getragen wurde, haben gestern Nachmittag etwa 70 GlobalisierungsgegnerInnen an Carlo Guiliani erinnert. Guiliani war am 20. Juli beim G8-Gipfel in Genua während einer Demonstration von einem Polizisten erschossen worden.
In dem Aufruf der Veranstalter, dem sich zahlreiche Paderborner Gruppen angeschlossen hatten, heißt es: "Der globale Widerstand gegen eine Politik, für die erst der Profit kommt und dann erst einmal lange gar nichts, ist einer Repression ausgesetzt, die in Genua eine, für die meisten von uns ungeahnte Brutalität an den Tag legte."
Der Zug der DemonstrantInnen führte von der Polizeiwache an der Riemekestraße über die Bahnhofstraße zum Westerntor und von dort aus auf den Rathausplatz. Ein Redner kritisierte den Umgang der Polizei mit DemonstrantInnen in Genua, viele Verhaftete waren dort geschlagen und gefoltert worden. "Die Herrschenden gehen über Leichen, um ihre ungerechte Ordnung aufrecht zu erhalten." betonte er. Auf einer Zwischenkundgebung vor dem Arbeitsamt stellte ein anderer Sprecher den Zusammenhang der kapitalistischen Globalisierung mit Arbeitslosigkeit, der Streichung von Sozialleistungen und dem zunehmenden Druck auf Arbeitslose dar. Viele Länder müssten eine unsoziale Politik betreiben, um Kredite des Internationalen Währungsfonds zu erhalten. Er stellte aber auch klar: "Arbeitslosigkeit gehört notwendig zum Kapitalismus. Vollbeschäftigung ist nicht erwünscht." In der Westernstraße legte der Demozug eine Schweigeminute für Carlo Guiliani ein. Die Kundgebung endete gegen 19.00 Uhr vor dem Rathaus, wo die Menge noch einmal deutlich machte, dass ihr Protest auch in Zukunft weiter geht.
Anmerkungen: Es kamen in etwa so viele Leute wie erwartet, überwiegend in schwarz. Die PassantInnen waren z.T recht aufgeschlossen, lasen unser Flugblatt und hörten den Redebeiträgen zu. Viele waren in schwarz. In der Fußgängerzone fuhr der Lauti vor und rief: wer hat Angst vorm schwarzen Block? - die Demo: niemand! - und wenn er aber kommt? - und dann liefen wir das letzte Stück zum Rathaus. Alles in Allem erfolgreich und spaßig.
Quelle: indymedia - 23.8.2001

Potsdam:
Zum Global Action Day hat die Volksinitiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei in Brandenburg eine satirische Aktion zur geplanten Neubewaffnung der Polizei durchgeführt. Die Polizeigewerkschaften hatten im Zusammenhang mit den Ereignissen in Genua neue Waffen für die Polizei gefordert.
Thema war die zunehmende Ausweitung der Polizeibefugnisse und insbesondere die geforderte Bewaffnung der Polizei in Form von Gummigeschossen, Mann-Stopp-Munition und Elektroimpulswaffen, welche mit den Vorfällen in Genua vor einem Monat begründet wird.
Die "Volksinitiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei" in Brandenburg hat sich auf die Suche nach Versuchspersonen gemacht, welche die vorgeschlagenen Waffen an sich testen lassen wollen.
Die Zurückhaltung vieler Bürgerinnen und Bürger hat uns sehr überrascht. Lediglich zwei Gummibänder und ein Kondom kamen bei einer Gummispendensammlung für die Gummigeschosse zusammen. Insbesondere das Engagement der Zivilgesellschaft für den Polizeistaat geht gegen Null. Ursprünglich sind wir davon ausgegangen, daß die Vorschläge den vollen Rückhalt der Bevölkerung haben. In den Diskussionen wurde allerdings deutlich, daß große Teile der Bevölkerung die Forderung nach neuen Waffen für die Polizei nicht unterstützen.

Stuttgart:
In der Nacht zum 20. August wurde in Stuttgart eine Polizeiwache mit roter Farbe angegriffen. Stuttgarter Zeitung (21.08.01): "Farbattacke auf die Polizei/Neun Streifenwagen beschmiert - Schaden unbekannt
Als ob sie in Blut gebadet hätten: Insgesamt neun Streifenfahrzeuge der Polizei sind vorläufig unbrauchbar. Unbekannte hatten die Polizeiautos vom Revier Willy-Brandt-Straße in der Nacht zum Montag mit Farbbeuteln beworfen. Die Täter..."
Die amüsante Bildunterschrift (auf dem Bild ist ein Bulle zu sehen der ziemlich blöd neben einem mit Farbe verschönerten Six Pack steht): "So können sich die Streifenwagen nicht beim Einsatz blicken lassen. Nach dem Farbanschlag in der Nacht zum Montag rätselt die Polizei nicht nur über die Identität der Täter, sondern auch über die Frage, wie die Acrylfarbe wieder entfernt werden kann."
Am Montag Abend fand eine Kundgebung vor dem italienischen Konsulat statt, an der sich ca. 80 Menschen beteiligten. Es wurde eine Unterschriftenliste für die Freilassung der Gefangenen von Genua übergeben. Am Karlsplatz wurde anschliesend vor dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus ein Kranz für Carlo niedergelegt.
Quelle (mit Foto): indymedia - 22.8.2001

Tübingen:
In Tübingen hat es eine sehr spontane Transparentaufhängungsaktion gegeben. Nachdem festgestellt wurde, daß die Stiftskirche leider Montags Ruhetag hat, wurden an mehreren Brücken Transparente zum Thema Genua aufgehängt.
Quelle: indymedia - 23.8.2001

Wolfsburg:
Am "Global Action Day" haben Antifaschistinnen und Antifaschisten in Wolfsburg drei Transparente angebracht, die die Solidarität und die Freilassung der Gefangenen in Genua fordern, sowie den Mord an Carlo Guiliani verurteilen.
Wie mittlerweile üblich hingen die Transparente, die an Brücken über der B 188 sowie dem Autobahnzubringer zur A 39 angebracht waren, leider nicht sonderlich lange. So wurde das erste bereits gegen 7.30 Uhr von der Polizei beschlagnahmt.
Anschließend war es möglich das Schauspiel verfolgen, wie eine Vielzahl von Polizeiautos durch die Stadt brausten, um Jagd auf weitere Transpas zu machen. Freiheit für die Gefangenen in Genua und Göteborg!
Quelle (mit Foto): indymedia - 21.8.2001

Wroclaw (Polen):
Heute - 20.08., um 16:30 Uhr, begann die Demonstration auf dem Markt in Wroclaw (Polen), die ein Teil des Globalen Aktion Tages war. Etwa 50 Leuten nahm daran teil, die verschiedene Initiativen aus Wroclaw repräsentierten (u.a. Freedom, Gesellschaft für Animation der alternativen Kultur, Anarchistische Föderation).
Zuerst wurde es ein Spruchband aus einem Fenster des Warenhauses Feniks ausgehangen. Es wurde darauf eine Frage: "Gewinn wichtiger als Mensch?" geschrieben. Es wurden dazu etwa 800 Flugblätter verteilt, die über den wirklichen Verlauf der Demonstrationen in Genua und Göteborg berichteten und die Vorwürfe der Manifestanten gegen Polizeifunktionären und ihre politischen Chefs aufzählten. Ein Teil Passanten solidarisierten sich mit Demonstranten und gaben sogar eigene Vorwürfe gegen Polizei hinzu.
Die Demonstration ging dann in die Nahe des Sitzes einer der größten polnischen Zeitung, liberale Gazeta Wyborcza. Die Manifestanten ermutigten die Journalisten und Polizisten, damit sie in den Black Block einzuschlagen, um eigenes Gewissen beruhigen zu können. Der Block haben die Demonstranten mit sich: er war etwa 1.Meter hoch, schwarz und aus Karton gemacht. Vor dem Sitz der Wyborcza wurden auch Sägespäne verschüttet, um die Informationsqualität der Zeitung zu demonstrieren. Ein paar Knallkörper wurden in die Richtung der Zeitung geworfen.
Die letzte Station der Manifestation war schwedisches Konsulat. Die Demonstranten forderten sofortige Entlassung der Aktivisten, die im Knast nach Goeteborg sitzen.
Die Polizei intervenierte nicht, obwohl sie die Demonstranten mit drei Polizeiwagen begleiteten und filmten. Auch die Geheimpolizisten aus Staatsbewachung Amt wurden leicht zu sehen.
Quelle (mit Foto): indymedia - 20.8.2001

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