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Quelle: AAB - 1.5.2001

Trotz Verbot: Linkes Bündnis setzte Demo durch

AAB demonstrierte am 1.Mai zusammen mit PDS, Grünen, Jusos und Bürgerrechtlern

Am Nachmittag hat eine Demonstration mit ca. 6000 TeilnehmerInnen gegen das Verbot der 1. Mai-Demo stattgefunden. Die Kundgebung wurde von verschiedenen autonomen Gruppen als unabhängiger Block sowie von der AAB und der Ökologischen Linken organisiert und fand ab 13 Uhr am Lausitzer Platz statt. Einzelpersonen der PDS und verschiedener Bürgerrechtsgruppen wie den Demokratischen Juristen und dem Republikanischen Anwaltsverein hatten die Demonstration unter dem Motto "Freiheit stirbt mit Sicherheit" angemeldet. Nach Bekanntgabe der Anmeldung übergaben sie Demoleitung und Rederecht über Lautsprecherwagen den vorbereitenden Gruppen der revolutionären 1.Mai-Demo.

RednerInnen auf der Demo kritisierten Werthebachs Demoverbot als weiteren rechten Angriff auf Grund- und Bürgerrechte. Die Diskussion um die Gewalt am 1.Mai sei verzerrt und verlogen, solange von deutschem Boden weiter Kriege ausgehen, und die alljährlichen Polizeiübergriffe einfach so hingenommen würden, so eine Sprecherin der AAB. Freke Over (PDS) stellte auf der Abschlusskundgebung in Frage, ob Werthebach selbst noch als "Demokrat" bezeichnet werden könnte.

Mehrere Redebeiträge des Bündisses der revolutionären 1.Mai-Demo betonten die Notwendigkeit radikaler, linker Kritik. Dies sei umso wichtiger, da nach 3 Jahren "Rot-Grün" immer mehr Menschen klar werde, dass auch diese Regierung sich nur als bessserer Verwalter des Kapitalismus behaupten wolle. "Bis heute haben die Grünen nichts an der menschenverachtenden Abschiebehaft oder dem Geschäft mit weltweiten Rüstungsexport geändert" so ein Sprecher des Vorbereitungskreises und weiter: "Auch wenn es schwer zu denken ist, wir halten weiter an einer linken, revolutionären Perspektive fest, und das heißt, dass wir eine grundlegende Umwälzung der Gesellschaft wollen, jenseits von kapitalistischen Sachzwängen! Kapitalismus ist kein Naturgesetz!"

Bei der wegen der Anwesenheit von Presse und Prominenten auffälligen Zurückhaltung der Polizei konnte die Demonstration ohne nennenswerte Störungen zu Ende gebracht werden.

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