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Text: Linksradikales und Autonomes 1. Mai-Bündnis - März 2002
Kriegstreiber stoppen, Kapitalismus zerschlagen
Heraus zum Revolutionären 1. Mai 2002
Pressemitteilung des linksradikalen und autonomen 1. Mai-Bündnis
Der 1. Mai ist international der historische Ausdruck von Klassenkampf. Die Kämpfe der Unterprivilegierten, der Arbeiterklasse und der Armen haben ihre eigenen Melodien, und wir werden sie wieder durch Kreuzbergs Straßen hallen lassen.
Nie war es wichtiger – und es war immer wichtig – unsere Forderungen und Anklagen gegen die kapitalistische Herrschaftsclique und ihre Kriegstreiber jeglicher Couleur auf die Straßen zu tragen, ihnen zu zeigen, daß sie noch nicht gesiegt haben, weil wir nicht besiegt sind.
Die menschenverachtende Natur des Kapitalismus, seine Grausamkeit und Blindheit, seine unersättliche Gier nach Profit, seine Entschlossenheit zur Vernichtung alles Widerständigen, war nie umfassender, nie zerstörerischer und gefährlicher. Heute wird deutlicher denn je, daß die USA als mächtigste militärische Macht und zusammen mit der EU als kapitalistische Blöcke die Welt in den dritten Weltkrieg treiben und bereit sind, alles zu vernichten, was sich diesem Imperium nicht unterwirft. Deutschland ist Teil dieses Krieges, es baut an seinem eigenen Imperium und vertritt dabei seine eigenen Interessen. Seine Soldaten erschießen afghanische Menschen, zerstören Dörfer auf dem Balkan. Und morgen oder übermorgen? Dasselbe im Irak, dann wahrscheinlich in Somalia, bald in Rußland, in China – und dann in Kuba?
Und hier zu Hause? Krieg ist teuer! Die schon Ausgebeuteten werden noch mehr geplündert. Unverfrorener Abbau der Sozialnetze, der Bildung, der Kultur, denn nur die Privatisierung dieser Sektoren bringt Profit. Statt dessen großzügiger Ausbau des justiziellen und polizeilichen Repressionsapparates, schleichende Militarisierung der Gesellschaft durch offene und geheime wissenschaftliche, medizinische, soziale, mediale und geistige Zuarbeit für die Kriegspolitik und den Militärapparat.
Der Kapitalismus degradiert uns zu Konsumdeppen, hetzt uns sinnlos durchs Leben und gegeneinander. Er braucht Sexisten, Rassisten und Chauvinisten, weist die Stühle im Sozialamt, im Arbeitsamt, im Obdachlosenasyl zu, sperrt uns in Lager, teilt Rationen zu und grenzt aus.
Jede grundsätzliche Kritik an diesem System und seiner machtbesessenen und machthörigen, durch und durch korrumpierten politischen Elite wird in den Medienkonzernen zermalmt. Darum müssen wir unsere Wut, unsere Kritik und unseren Willen nach einem Leben jenseits von Ausbeutung und Fremdbestimmung wieder auf die Straße bringen.
Wir werden am 1. Mai nicht nach der Pfeife der Regierenden und ihrer Wasserträger tanzen. Nicht mit ihnen und nicht nach ihren Rattenfängermelodien. Der Revolutionäre 1. Mai ist der Ausdruck unserer Absage an die zahlreichen Stellvertreter in den Parteien, den Gewerkschaften und allen anderen angeblich zivilen gesellschaftlichen Institutionen. Nicht die bequemen Funktionsträger dieser Einrichtungen können unsere Interessen vertreten – das können wir am besten immer noch selber tun! Deswegen wird seit 1988 der Revolutionäre 1. Mai nicht im Rahmen des DGB durchgeführt, sondern selbstbestimmt in Kreuzberg. Wir treffen uns dieses Jahr am Symbol des Kreuzberger Aufstands von 1987, am abgebrannten Bolle-Markt an der Wiener Straße. Heraus zum Revolutionären 1. Mai!
Treffpunkt: 1. Mai, 16 Uhr, U-Bhf. Görlitzer Bahnhof
Linksradikales und Autonomes 1. Mai-Bündnis Hoch die internationale Solidarität!
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Infotelefone
Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch in Berlin gibt es unter folgenden Telefonnummern:
0177 - 477 03 86 030 - 44 34 1001 Infotelefone der unabhängigen Antifa
030 - 275 60 756 Antifa-Infotelefon der AAB
EA Berlin
Tel. 030 - 69 222 22 Meldet Euch beim Ermittlungsausschuss, wenn Ihr verhaftet wurdet oder Verhaftungen mitbekommen habt. Der EA ist vom 30.4. bis zum 2.5. erreichbar.
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