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Stressfaktor - Berliner Terminkalender für linke Subkultur und Politik

Texte zum 1. Mai 2002
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1. Mai 2002

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Text: Offene Antifa Münster (OAM) - März 2002
Quelle: Linke Seite - 27.3.2002

Aufruf der OAM zum revolutionären 1.Mai 2002 in Münster

Es gibt keine Alternative zur sozialen Revolution!

Der 1. Mai heißt offiziell: "Tag der Arbeit". Arbeit hat in unserer Gesellschaft eine bestimmte Bedeutung. Es heißt, Arbeit sei nicht nur notwendig, sondern vor allem eines: nämlich gut.

Arbeit aber ist Zwang, nicht eigentliches Bedürfnis. Arbeit erscheint als gesellschaftliche Notwendigkeit und heuchelt jedem Glück, Freiheit und Wohlstand. Doch wer sich mit diesem Zustand abfindet, dies akzeptiert oder sogar dafür wirbt, setzt sich für die Verewigung eines Systems ein, in dem der Mensch ein unterdrücktes und beherrschtes, ein jämmerliches und geknechtetes Wesen ist.

Der Zwang der Arbeit ist keine aus der Luft gegriffene Phantasie. Er offenbart sich allgegenwärtig, in der Gesellschaft, in der wir leben. Diese Gesellschaft, und ihre Form, ist weder von einem Gott gegeben noch natürlich noch für ewig. Sie ist Produkt von Menschen und den Verhältnissen, in denen sie sich aufeinander als Eigentümer verschiedener Waren beziehen.

Dieses Verhältnis nennt sich Kapitalismus und beruht auf der Aneignung fremder Arbeitskraft im gesellschaftlichen Vorgang zur Herstellung von Waren. Was für Waren erzeugt werden, und zur Befriedigung welcher individueller Bedürfnisse sie dienen, ist gleichgültig. Menschen treten sich innerhalb von Zuständen gegenüber, in denen Tausch stattfindet. Der eine gibt Ware - und sei es in der allgemeinen Ausdrucksform Geld - der andere Arbeitskraft. Es findet eine Aneignung fremder Arbeitskraft statt, eine ungleiche Vereinnahmung, in der nicht das Gewollte gegeben und nicht das Gebrauchte erhalten wird.

Die Freiheit des Einzelnen kann im Kapitalismus nur so weit reichen, wie er in der Lage ist, sein Bedürfnis in Nachfrage zu übersetzen. Nicht die Befriedigung von menschlichen Bedürfnissen ist hier Zweck des Ganzen. Nicht die Aufhebung von Leid, Hunger und Armut kennzeichnet diese Logik. Und erst recht nicht die Befreiung von der Herrschaft des Menschen über Seinesgleichen.

Dem Kapitalismus ist also der Hunger kein Grund zur Produktion und das Bedürfnis kein Anlaß, es zu befriedigen. Im Gegenteil: Der Mensch sei dem Menschen ein Wolf, ein Feind, den es zu bezwingen und sich nutzbar zu machen gilt. Solche Verhältnisse der Ausbeutung und des Unrechts durchziehen die Geschichte der Menschheit.

Die gesellschaftliche Totalität der Arbeit entfaltet sich dort, wo nicht nur ohne sie angeblich nichts mehr funktioniert, sondern wo sie mystifizierend, als notwendig und gut zugleich, verklärt wird. Diesen Arbeitsfetisch gilt es zu bekämpfen und als das zu denunzieren, was er ist: Ideologie, falsches Bewusstsein.

Materiell ist die Möglichkeit zur Abschaffung des Kapitalismus erreicht, jetzt gilt es die Befreiung vom Zwang der Arbeit zu organisieren. Es gilt, einen gesellschaftlichen Zustand zu erkämpfen, in dem alle Verhältnisse des Zwangs, der Ausbeutung und des Unrechts aufgehoben sind und die schrankenlose Freiheit der Individuen durch materiellen Überfluss der Gesellschaft möglich wird.

Die Waffe der Kritik, dass ein Jeder nach seinen Bedürfnissen zum Genuss berechtigt ist, muss dazu die Kritik der Waffen schmieden. Der Kapitalismus, der als Fessel die Menschheit in ihrer Unfreiheit bindet, muß abgeschafft werden!

Kampf der Arbeit!
Für die soziale Revolution!
Auf zur revolutionären 1. Mai-Demo!


Offene Antifa Münster (OAM) im März 2002

1. Mai 2002 - linke Bündnis-Demonstration "Eine andere Welt ist möglich!
Zusammen gegen Ausbeutung und Unterdrückung kämpfen!"
11.30 Uhr - Klemensstrasse in Münster
danach "Zusammen kämpfen, zusammen feiern" - Party in der Baracke, Scharnhorststr.57

Kontakt:
Offene Antifa Münster (OAM)
c/O UWZ, Scharnhorstsr.57, 48151 Münster
oa_muenster@web.de
http://www.oam.de.vu

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Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch in Berlin gibt es unter folgenden Telefonnummern:

0177 - 477 03 86
030 - 44 34 1001

Infotelefone der unabhängigen Antifa

030 - 275 60 756
Antifa-Infotelefon der AAB

EA Berlin

Tel. 030 - 69 222 22
Meldet Euch beim Ermittlungsausschuss, wenn Ihr verhaftet wurdet oder Verhaftungen mitbekommen habt. Der EA ist vom 30.4. bis zum 2.5. erreichbar.

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