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Stressfaktor - Berliner Terminkalender für linke Subkultur und Politik

Texte zum 1. Mai 2002
Auf dieser Seite findet Ihr die Texte, die im Vorfeld zum 1. Mai (hauptsächlich zu Berlin) erschienen sind.
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1. Mai 2002

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Text: Bund der Antifaschisten (Landesverband Berlin) - 10.4.2002

Pressemitteilung

Kundgebungen gegen den NPD-Aufmarsch am 1. Mai 2002 angemeldet
Scharfe Kritik an Innensenator Körting

Die drei Organisationen Naziverfolgter, Widerstandskämpfer und Antifaschisten, die Berlinder Vereinigung VdN (BV VdN), der Bund der Antifaschisten (BdA), und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Verband der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-VdA) haben in Zusammenarbeit mit dem berlinweiten Bündnis "Gemeinsam gegen Rechts" für den 1. Mai 2002 Kundgebungen unter dem Motto "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" gegen den von der NPD geplanten Aufmarsch angemeldet. Derzeit sind als Kundgebungsorte Bereiche um den Ostbahnhof und den S-Bahnhof Poelchaustraße vorgesehen.

Gerade für Organistionen, in deren Reihen zahlreiche Mitglieder sind, die noch die unmittelbare Erinnerung an den Naziterror haben, die in Konzentrationslgern litten und deren Familienangehörige und Freunde von den Nazis ermordet wurden, ist diese neuerliche Provokation der NPD unerträglich.

Unterdessen trifft der Versuch von Innensenator Körting, den Ort des NPD-Aufmarsches geheim zu halten, auf scharfe Kritik. Körting begründet sein Verhalten damit, "die NPD nicht aufwerten" zu wollen. Hierzu erklärte Fred Löwenberg, Vorsitzender der BV VdN: "Die Strategie Vertuschen-Verharmlosen-Verheimlichen sollte eigentlich seit dem im Sommer 2000 von offizieller Seite geforderten 'Aufstand der Anständigen' der Vergangenheit angehören. Das Problem der Neonazis auf der Straße löst sich nicht durch Wegsehen."

Ronny Ziller, Mitglied des Vorstandes des BdA Landesverbandes Berlin sieht eine "unheilvolle Allianz aus NPD und Innenverwaltung ähnlich der vom 1. Dezember 2001. Damals wollten die Nazis durch das Scheunenviertel gegen die Wehrmachtsausstellung ziehen, was zu einer großen Verunsicherung - gerade auch der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger geführt hat. Viele Menschen wurden von der Polizei daran gehindert, zu den Gegenkundgebungen zu gelangen. Innensenator Körting hatte hier sein Schweigen gegenüber der Öffentlichkeit im Nachhinein als Fehler bezeichnet - wieso sollte es jetzt also richtig sein."

"Wir rufen alle Berlinerinnen und Berliner dazu auf, neonazistischen Organisationen wie der NPD nicht die Straße zu überlassen", betont Karl Forster, Mitglied des Landes- und Bundesvorstandes der VVN. "Das Beispiel Leipzig sollte Mut machen, sich an den zahlreichen Gegenaktivitäten zu beteiligen".

Bei Rückfragen erreichen Sie:
Fred Löwenberg, BV VdN unter 030 / 29 784 178
Ronny Ziller, BdA unter 0179 / 4 558 480
Karl Forster, VVN-VdA unter 030 / 6 866 006 oder 0160 / 52 275 274.

Infotelefone

Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch in Berlin gibt es unter folgenden Telefonnummern:

0177 - 477 03 86
030 - 44 34 1001

Infotelefone der unabhängigen Antifa

030 - 275 60 756
Antifa-Infotelefon der AAB

EA Berlin

Tel. 030 - 69 222 22
Meldet Euch beim Ermittlungsausschuss, wenn Ihr verhaftet wurdet oder Verhaftungen mitbekommen habt. Der EA ist vom 30.4. bis zum 2.5. erreichbar.

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