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Stressfaktor - Berliner Terminkalender für linke Subkultur und Politik

Zeitungsberichte zum 1. Mai 2002
Auf dieser Seite findet Ihr die Zeitungsberichte, die im Vorfeld zum 1. Mai (hauptsächlich zu Berlin) erschienen sind.
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1. Mai 2002

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Quelle: Berliner Zeitung - 30.4.2002

"Die Stadt hat die Ausschreitungen satt"

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) setzt auf die Deeskalation, um Gewalt am 1. Mai zu verhindern. Aber das ist eine langfristige Strategie, auch er rechnet erneut mit Krawallen.

Herr Körting, Sie wünschen sich für den 1. Mai zwölf Stunden lang Platzregen. Haben Sie schon resigniert?

Ich habe überhaupt nicht resigniert. Ich setze darauf, dass es möglich ist, den 1. Mai wieder zu einem politischen Demonstrationstag zu machen. Das wird aber nicht auf Anhieb in vollem Umfang gelingen. Wir haben Hinweise, dass es wieder gewalttätige Täter geben wird. Ich hoffe aber darauf, dass sich der Großteil der Bürger friedlich verhält und die gewaltbereiten Demonstranten isoliert werden.

Die Polizei will sich wieder deutlich zurückhalten. Wie soll das aussehen?

Die Polizei wird sich nicht hinsichtlich ihrer Einsatzfähigkeit zurückhalten. Im Ernstfall werden die Polizisten bereitstehen. Aber wir wollen die Präsenz der Polizei nicht überdemonstrieren, die Beamten werden nicht an jeder Straßenecke stehen.

Haben Sie Hilfe aus anderen Bundesländern angefordert?
Ja. Wir bekommen Hilfe aus anderen Ländern und vom Bundesgrenzschutz. Aber ich werde nicht mitteilen, in welcher Größenordnung. Ich will nicht militärähnlich die Stärke der Einheiten bekannt geben.

Seit 15 Jahren gibt es Ausschreitungen am 1. Mai, nun ist auch das Bündnis "Denk Mai Neu" gescheitert. Was machen Sie, wenn Ihr Konzept auch nicht aufgeht?

Ich glaube, man sollte die Versuche des Bündnisses auf jeden Fall fortsetzen. Die Verbotsstrategie hat auch keinen Erfolg gebracht. Wir werden langfristig nur Erfolg haben, wenn man die Bereitschaft der Demonstranten fördert, sich politisch, aber nicht mit Gewalt auseinander zu setzen. Dann entfällt auch der Krawalltourismus. Immerhin 20 Prozent der Gewalttäter kommen von außen.

Aber die Autonomen sind doch nicht für Argumente zugänglich...

Es gibt nicht "den" Autonomen, sondern eine Vielzahl von Menschen, die in diesem Spektrum agieren. So sind viele Personen gewalttätig geworden, die gar nicht politisch aktiv sind. Unsere Strategie muss sein, Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung grundsätzlich abzulehnen.

Zum ersten Mal seit 1991 ist mit Ihnen wieder ein SPD-Innensenator für den Polizeieinsatz verantwortlich. Ist dies eine Bewährungsprobe für den rot-roten Senat?

Das hat mit Rot-Rot nichts zu tun. Die Stadt hat die Ausschreitungen am 1. Mai, die sie seit 15 Jahren erträgt, satt. Wir müssen alle nach Wegen suchen, wie wir das verändern können.

Das Gespräch führte C. Richter.

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Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch in Berlin gibt es unter folgenden Telefonnummern:

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Tel. 030 - 69 222 22
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