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Stressfaktor - Berliner Terminkalender für linke Subkultur und Politik

Zeitungsberichte zum 1. Mai 2002
Auf dieser Seite findet Ihr die Zeitungsberichte, die im Vorfeld zum 1. Mai (hauptsächlich zu Berlin) erschienen sind.
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1. Mai 2002

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Quelle: Neues Deutschland - 30.4.2002

Meine Sicht: Nazis nirgendwo!

Von Andreas Fritsche

Hohenschönhausen - im östlichen Randbezirk Lichtenberg. Hier dürfen Nazis marschieren. Hier sollen ausländische Mitbürger in den Abendstunden nicht hingehen. So die Ausländerbeauftragte Barbara John. Hier sollen Studenten aus fremden Landen nicht wohnen. So der Ratschlag an Universitäten. Hier wird »möglichst wenig Widerstand« gegen eine NPD-Demo erwartet. So behaupten die Landesvorsitzenden der Grünen, Regina Michalik und Till Heyer-Stuffer. Hier dürfen Nazis marschieren?

In Hohenschönhausen? Dort wohnt der eine oder andere Neonazi. Aber dort leben vor allem Menschen, die ein Recht darauf haben, von dumpfen faschistischen Parolen verschont zu bleiben.

Warum nicht in Kreuzberg? Dahin wagen sich die Nazis nicht. Außerdem ist dort am 1. Mai zwischen Revolutionsdemos und Polizei kein Platz mehr.

Warum nicht in Mitte am Brandenburger Tor? Weil der Gedanke an SA-Männer beim Fackelzug im Januar 1933 zu nahe liegt.

Warum nicht in Moabit oder Tempelhof? Direkt vorbei am Verwaltungsgericht oder am Polizeipräsidum. Wer Aufmärsche nicht verbietet bzw. verhindert, muss sie aushalten.

Warum nicht mal in Zehlendorf? Warum muss der Zehlendorfer Nazis höchstens im Fernsehen ertragen, der Ostberliner aber vor der eigenen Haustür?

Warum in Hohenschönhausen? Warum nicht woanders? Aber vor allem: warum überhaupt? NPD-Aufmärsche gehören nicht in diese Stadt. NPD-Aufmärsche gehören in die Vergangenheit.

Infotelefone

Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch in Berlin gibt es unter folgenden Telefonnummern:

0177 - 477 03 86
030 - 44 34 1001

Infotelefone der unabhängigen Antifa

030 - 275 60 756
Antifa-Infotelefon der AAB

EA Berlin

Tel. 030 - 69 222 22
Meldet Euch beim Ermittlungsausschuss, wenn Ihr verhaftet wurdet oder Verhaftungen mitbekommen habt. Der EA ist vom 30.4. bis zum 2.5. erreichbar.

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