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1. Mai 2002 Sonderseite
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Quelle: Neues Deutschland - 30.4.2002
»Nazis haben am 1. Mai auf der Straße nichts zu suchen«
Von Anja Probe
Lange hatte es die Polizei geheim gehalten, doch nun ist es endgültig offiziell: Die NPD läuft im Gleichschritt durch Hohenschönhausen. Start ihres Marsches ist der S-Bahnhof um elf Uhr. Die Berliner Initiative »Europa ohne Rassismus« rief, nachdem sie gestern die Nachricht erhalten hatte, zu »gewaltfreien, lauten, bunten und kreativen« Protesten auf.
Geplant sind zwei Kundgebungen in der Nähe des Bahnhofes Hohenschönhausen. Die Evangelische Kirchengemeinde ruft um zehn Uhr am Lindencenter, Falkenseer Straße, Ecke Zingster Straße zu Protesten auf. Ebenfalls um zehn Uhr wollen die Bürger des Stadtbezirkes eine Kundgebung in der Falkenberger Chaussee, Ecke Prendener Straße initiieren. Letzte wurde vom Innensenator untersagt.
Hanns Thomä-Venske, Ausländerbeauftragter der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, sieht die Bürger durch Geheimhaltungsstrategie der Polizei eingeschränkt. Sophia Oppermann, Geschäftsführerin von »Gesicht zeigen«, bezeichnete das Vorgehen der Polizei als unerfreulich.
Der Landesvorsitzende des DGB, Dieter Scholz, zur NPD-Demo: »Nazis haben am 1. Mai in Berlin und anderswo in Deutschland nichts zu suchen.« Er empfinde es als Provokation, dass sie den Tag der Arbeit für ihre Zwecke missbrauchen. »Wir verstehen unsere Kundgebung um 11.30 Uhr vor dem Roten Rathaus ebenfalls als Protest gegen den NPD-Aufmarsch«, teilte der DGB-Chef mit. Auch Barbara John, Ausländerbeauftragte des Senats, sprach sich für den Widerstand gegen die Rechtsextremisten aus. Den »primitiven Parolen« müsse in friedfertiger und verantwortungsbewusster Form entgegengetreten werden.
Agenturmeldungen zufolge lehnte der Betriebsrat der Berliner S-Bahn den Transport von NPD-Anhängern in Sonderzügen ab. Die Geschäftsführung unterstütze die Gegenaktionen in Hohenschönhausen, teilte Sophia Oppermann mit.
Weitere Demos: DGB-Zug ab 10 Uhr vom Brandenburger Tor, Revolutionäre 1. Mai-Demo um 13 Uhr ab Oranienplatz, Kreuzberg, Zug des »Linksradikalen und autonomen 1. Mai-Bündnisses« ab 16 Uhr vom Görlitzer Bahnhof , PDS-Kundgebung um 12.30 Uhr auf dem Alexanderplatz.
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Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch in Berlin gibt es unter folgenden Telefonnummern:
0177 - 477 03 86 030 - 44 34 1001 Infotelefone der unabhängigen Antifa
030 - 275 60 756 Antifa-Infotelefon der AAB
EA Berlin
Tel. 030 - 69 222 22 Meldet Euch beim Ermittlungsausschuss, wenn Ihr verhaftet wurdet oder Verhaftungen mitbekommen habt. Der EA ist vom 30.4. bis zum 2.5. erreichbar.
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