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1. Mai 2002 Sonderseite
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Quelle: Berliner Morgenpost - 2.5.2002
Polizisten im Einsatz: Blaue Flecke nie gezählt
«1.-Mai-Einsätze in Kreuzberg sind mit anderen nicht zu vergleichen. Alles ist total unübersichtlich, Hinterhof reiht sich an Hinterhof, und viele auf der Straße sprechen kein Deutsch», sagt Bereitschaftspolizist Ronald Müller. Der Polizeihauptmeister aus Mecklenburg-Vorpommern ist seit 1994 immer wieder nach Berlin beordert worden.
«Natürlich hat man die Befürchtung, bei den Krawallen verletzt zu werden. Bis jetzt ist aber alles gut gegangen. Die blauen Flecke habe ich nie gezählt.» Seine Kollegin Kathrin Diederichs war im vergangenen Jahr erstmals dabei und blieb ebenfalls unversehrt.
Die zierliche Polizeiobermeisterin trägt in ihrer grünen Montur einen Körperschutz aus Metall, der Schläge und Steinwürfe mindern soll. «Insgesamt schleppen wir 20 Kilo Ausrüstung mit uns herum.» Beamte aus dem Feuerlöschtrupp haben sogar noch zehn Kilo mehr auf dem Buckel.
«Unsere Ausrüstung ist gut, bei Kollegen aus anderen Bundesländern ist zum Beispiel der Körperschutz nur aus Plastik und entsprechend weniger bruchfest.»
Am Dienstag gegen 11 Uhr waren die Bereitschaftspolizisten aus der Nähe von Rostock nach zweieinhalb Stunden Fahrt in Berlin eingetroffen. Am Abend dann Einsatz in Prenzlauer Berg, ein erster Vorgeschmack auf den üblichen Mai-Krawall. Müller: «Ein Kollege wurde mit gebrochenem Arm ins Krankenhaus eingeliefert.» Danach zurück in die Unterkunft: «Sechs Stunden Schlaf, da gibt es keinen Grund zur Klage. Die Räume sind in Ordnung, die Berliner haben sich Mühe gegeben. Für die Verpflegung sorgt unsere Truppe selbst.»
Kurz vor dem Beginn der Demo tut sich Müller mit einer Prognose schwer: «Die Situation kann sich schlagartig ändern. Innerhalb von Minuten macht man die unterschiedlichsten Erfahrungen. Wir rechnen damit, dass es sich bis nach Mitternacht hinzieht. Hoffentlich sind wir morgen Nachmittag wieder bei den Familien. Ob wir dann frei haben oder ein neuer Einsatz wartet, bleibt abzuwarten.»
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