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1. Mai 2002 Sonderseite
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Quelle: Berliner Morgenpost - 2.5.2002
Traurige Tradition: 15 Jahre Krawalle in Berlin
Am 1. Mai ist es in Berlin seit 1987 immer wieder zu schweren Krawallen gekommen. Die Chronologie der wichtigsten Ereignisse:
1987 - Die ersten großen Ausschreitungen: Rund 900 junge Menschen liefern sich in Kreuzberg nach einem Fest rund 12 Stunden lang Straßenschlachten mit der Polizei. Geschäfte werden geplündert und Autos angezündet. An den Plünderungen beteiligen sich auch die Anwohner, 77 Polizeiautos werden beschädigt. 55 Randalierer kommen in Haft oder Polizeigewahrsam. 245 Polizisten werden verletzt.
1989 - Berlin erlebt die bisher schwersten Ausschreitungen: Bei den Krawallen von etwa 2000 Randalierern in Kreuzberg und Neukölln werden rund 350 Polizisten verletzt. Vermummte werfen Fensterscheiben von Geschäften ein, plündern einen Getränkemarkt, es entstehen Schäden von Millionenhöhe. Um den Lausitzer Platz errichten Randalierer Hindernisse aus umgestürzten Autos, die Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein.
1991 - Nach der Wiedervereinigung zieht die «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration» erstmals in den früheren Ostteil der Stadt. Bei dem Aufzug durch Friedrichshain kommt es zu Krawallen, die sich in Kreuzberg fortsetzen. Die Bilanz: 181 Randalierer werden festgenommen, 88 Polizisten verletzt.
1995 - Rund um den Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg kommt es zu schweren Ausschreitungen, 300 Personen liefern sich Gefechte mit der Polizei, sie zünden Bauwagen an und errichten Hindernisse. 123 Randalierer werden festgenommen, 27 Polizeibeamte verletzt.
1996 - Erneut ist der Bezirk Prenzlauer Berg Schauplatz von Ausschreitungen. Mehr als 600 Polizisten gehen mit Wasserwerfern und Tränengas gegen etwa 1000 Jugendliche vor.
1997 - Fast 5000 Beamte aus Berlin und vier weiteren Bundesländern sowie vom Bundesgrenzschutz sind eingesetzt, um im Vorfeld angekündigte Krawalle anlässlich des zehnten Jahrestages des «Revolutionären 1. Mai» in Kreuzberg zu verhindern. Bei den Ausschreitungen in Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg werden 437 Menschen festgenommen.
1998 - Bei einer Demonstration von 6000 Anhängern der linken Szene kommt es in Mitte und dem Prenzlauer Berg zu schweren Krawallen. Jugendliche errichten Straßenbarrikaden, zünden Müllcontainer an, plündern Geschäfte. Die Polizei geht mit Schlagstöcken, Tränengas und Wasserwerfern gegen die Randalierer vor, 145 Beamte werden verletzt.
1999 - Erstmals seit Jahren ist Kreuzberg wieder Schauplatz von gewalttätigen Ausschreitungen. Es kommt zu Straßenschlachten zwischen 500 Randalierern und Polizisten, 213 Personen werden festgenommen, 139 Beamte werden verletzt.
2000 - Nach einem zunächst friedlichen Tag trotz einer umstrittenen NPD-Kundgebung eskaliert am Abend die Gewalt - trotz eines neuen Präventionskonzeptes der Polizei unter dem Motto «AHA - Aufmerksamkeit, Hilfe, Appell» kommt es in Kreuzberg zu schweren Krawallen. Im Anschluss an eine «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration» von Linken brennen die Barrikaden. 6760 Polizisten nehmen 401 Menschen fest, 279 Polizisten werden verletzt, doppelt so viele wie im Jahr zuvor.
2001 - CDU-Innensenator Eckart Werthebach verbietet eine für den 1. Mai geplante NPD-Demonstration und erstmals die gewaltträchtige «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration» am Abend. Das Verbot des NPD-Aufmarsches wird gerichtlich aufgehoben. PDS und Grüne werfen Werthebach vor, eine Eskalation der Gewalt zu provozieren. Trotz eines Rekordaufgebotes von 9000 Polizisten kommt es wieder zu Krawallen. Es gibt 600 Festnahmen und 166 verletzte Polizisten. BM/dpa
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