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Stressfaktor - Berliner Terminkalender für linke Subkultur und Politik

Zeitungsberichte zum 1. Mai 2002
Auf dieser Seite findet Ihr die Zeitungsberichte, die im Vorfeld zum 1. Mai (hauptsächlich zu Berlin) erschienen sind.
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1. Mai 2002

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Quelle: Berliner Zeitung - 2.5.2002

Grottian hat Verständnis für die Polizei

Mathias Raabe

Den ganzen Tag war Peter Grottian in der Stadt unterwegs. Mit dem FU-Professor waren rund 40 so genannte Demonstrationsbeobachter im Einsatz. Schüler, Studenten, Rechtsanwälte, die beobachteten, wodurch Krawalle ausgelöst werden und wie die Polizei vorgeht. Der Polizeieinsatz in Hohenschönhausen, wo die Beamten hunderte NPD-Anhänger von Protestierenden trennen mussten, sei sehr moderat gewesen. "Es gab nur ein paar Rangeleien", lobte der Politologe. Auch am Oranienplatz, wo sich ab 13 Uhr linksradikale Gruppen sammelten, hielt sich die Polizei nach Grottians Beobachtungen zurück. Am Abend, gegen 21 Uhr, wandelte sich die Lage. Nach erneuten Ausschreitungen zeigte die Polizei deutlicher Präsenz. "Es ist relativ muskelhaft", sagte Grottian. Der Professor äußerte aber Verständnis dafür. Schließlich habe es schon Krawalle gegeben. Tags zuvor hatte der Professor beobachtet, wie auf dem Fest auf dem Kreuzberger Oranienplatz erstmals die Gewalt ausbrach. "Vermummte Autonome haben zielgerichtet die Plus-Filiale aufgebrochen und geplündert." Dabei hatte Grottian die Krawalle in diesem Jahr unterbinden wollen. Als einer der Initiatoren des Bündnisses "Denk Mai Neu" plante der 58-Jährige ein friedliches Straßenfest in Kreuzberg. Im Gegenzug sollte sich die Polizei zurückziehen. Aber der Innensenator lehnte ab. Linke Gruppen weigerten sich, am Bündnis teilzunehmen. Trotzdem spricht der Politologe von einem "erfolgreichen Scheitern". "Wir haben in der Stadt immerhin ein Diskussion über die Rituale des 1. Mai ausgelöst."

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