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1. Mai 2002 Sonderseite
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Quelle: Berliner Zeitung - 2.5.2002
"Jedes Konzept ist richtig"
Die Berliner Feuerwehr ist bei ihrem Einsatz von Gewalttätern massiv behindert worden. Feuerwehr-Chef Albrecht Broemme ist entsetzt über das Ausmaß der Gewalt.
Feuerwehr und Notärzte, die einer verletzten Frau helfen wollten, wurden in der Nacht zum 1. Mai stark behindert. Wie bewerten Sie diese neue Situation?
Ich halte diese Behinderungen für unerhört. Das haben wir als Feuerwehr in diesem Ausmaß noch nicht erlebt. Das war nur 1987 schon einmal ähnlich. Damals wurde ein Löschfahrzeug in Brand gesetzt. Es ist wirklich ein alarmierendes Zeichen, wenn Krawallmacher die Feuerwehr behindern.
Wie erklären Sie sich das Verhalten der Gewalttäter?
Die Ausschreitungen finden ja zu fortgeschrittener Stunde statt, da ist dann auch oft viel Alkohol geflossen. Einige Menschen sind enthemmt. Von den Gewalttätern wird die Feuerwehr dann genauso wie die Polizei als Vertretung der Staatsmacht wahrgenommen und mit Steinen oder Flaschen beworfen. Aber es ist doch absurd, dass die Feuerwehr und die Rettungskräfte daran gehindert werden, verletzte Menschen zu versorgen.
Ist das Konzept der Deeskalation gescheitert? Hätte die Polizei präsenter sein müssen?
Ich halte jedes Konzept für richtig, mit dem Gewalt verhindert werden kann. Die Ereignisse am 1. Mai sind nicht nur ein Thema von Polizei und Feuerwehr. Wir allein können die Probleme nicht lösen. Das ist eine Aufgabe der Politik und der Gesellschaft. Ich wehre mich dagegen, dass die Ausschreitungen ein unabwendbares Ereignis sind, mit dem jeder 1. Mai enden muss.
Interview: Christine Richter
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