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2 Termine

Sa, 09. September 2017

14:00
Oranienplatz (Kreuzberg), Oranienplatz: Demo Wem gehört die Stadt?

Solidarisch gegen hohe Mieten & Zwangsräumungen! – Für die Stadt von unten! „…und die Stadt gehört euch.“, „Berlin bleibt bezahlbar“, diese und andere leere Phrasen bestimmten das Stadtbild Berlins vor einem Jahr. Spätestens seit der brutalen Zwangsräumung des Kiezladens und sozialen Zentrums Friedel54 am 29. Juni 2017 ist klar, dass diese Stadt denen gehören soll, die am meisten bezahlen. Dass dafür Menschen auf die Straße geworfen, schleichend verdrängt, gekündigt, kriminalisiert und verprügelt werden, ist auch unter Rot-Rot-Grün Alltag . Es geht schließlich ums Prinzip. Das „Prinzip Eigentum“ zu schützen um es für die Eigentümer*innen verwertbar zu machen. Dafür scheint auch die neue Koalition im Senat der Garant sein zu wollen. Dass mit den Ausgaben für die Polizeieinsätzen zur Teilräumung der von Geflüchteten besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule und der des Kiezladens F54 ganze Häuser gekauft und Jahresmieten hätten beglichen werden können, unterstreicht noch einmal, wie sehr dieses Prinzip des Eigentums hohe Kosten und Gewalt beinhaltet. Ziel ist es Nachahmer*innen abzuschrecken und Investor*innen anzulocken. Wir denken nicht, dass ein Kreuzchen bei der Bundestagswahl hieran etwas ändert. Die Frage „Wem gehört die Stadt?“ kann also nur praktisch beantwortet werden. Nicht vor Gericht, in Parlamenten oder in Hinterzimmern. Sie wird auf den Straßen und Plätzen dieser Stadt beantwortet. Ebenso in den belebten Häusern, deren Fluren und Höfen. In der Bahn, im Bus und der Tram, wenn Securities und Kontrolleure eine*n von uns wegen Fahren ohne Ticket nerven. Sie wird beantwortet, wo Menschen sich zusammentun um sich gegen die Verwertung ihres Lebensraums zu stellen und dafür zu kämpfen selbstbestimmt zu leben. Die Antwort ist unser Handeln, das nicht bloß aus der Erkenntnis erwächst, dass die Herrschenden kein Interesse daran haben für unsere Bedürfnisse einzustehen, sondern aus der Überzeugung, dass wir das ohnehin besser können. Aus dieser Überzeugung erwachsen ganz unterschiedliche Formen des Widerstands. Sei es die momentane Besetzung wohnungsloser Kids und Aktivist*innen der ehemaligen Teppichfabrik in Berlin-Stralau oder die Organisierung einer ganzen Hausgemeinschaft in der Zossenerstraße 18, die die Kreuzberger Bezirksregierung drängte das Vorkaufsrecht auszuüben. Sei es der Protest der Jugendlichen in den Jugendzentren Potse & Drugstore (Schöneberg) gegen ihre Verdrängung oder die Besetzung der ‘Senior*innenfreizeitstätte Stille Straße’ (Pankow) durch Rentner*innen. Vielfältig ist der Protest gegen Verdrängung schon jetzt. In der Utopie einer Stadt von unten soll dieser Vielfalt Rechnung getragen werden, indem die Bedürfnisse der Einzelnen, anstatt Renditeinteressen Weniger der Maßstab für erfolgreiche Stadtpolitik sind. Am 8. September gibt es deshalb einen bundesweiten und dezentralen Aktionstag der Kampagne “Mietenwahnsinn stoppen”.
Und am 9. September wollen wir gemeinsam mit Euch auf die Straße gehen und die Frage „Wem gehört die Stadt?“ praktisch beantworten. Kommt mit uns auf die Straße! Seid an beiden Tagen wütend, laut, kreativ und rebellisch! Für ein Bleiberecht aller Neuberliner*innen, für die Legalisierung von Besetzungen leerstehender Gebäude, für ein Zwangsräumungs-Moratorium und ein Recht auf Wohnen.
Gegen ungewollte Modernisierungen, Rassismus auf dem Mietenmarkt, strukturelle Verdrängung und die Kriminalisierung solidarischer Nachbarschaften.
Aktion/Protest/Camp
14:00
Laskerstraße (Friedrichshain): Suppe & Mucke Straßenfest

Suppe & Mucke findet dieses Jahr am 9. September von 14.00 bis 22.00 Uhr in der Laskerstraße statt. Mit über 8.000 Besucher*innen ist Suppe & Mucke das größte unkommerzielle Straßenfest in Friedrichshain. Kostenlose Suppe und viel Livemusik bilden natürlich wieder den Kern des Festes. Dazu gibt es wie immer ein vielfältiges Programm an Workshops, Mitmachaktionen und Diskussionen. Durch das ehrenamtliche Engagement der beteiligten Organisator*innen und Helfer*innen wird den Anwohner*innen und allen weiteren Besucher*innen die Möglichkeit gegeben, am sozio-kulturellen Treiben des Kiezes teilzuhaben. Auf der Straße wird gekocht und ihr könnt euch an den Ständen der teilnehmenden Vereine und Projekte eine Schale leckerer Suppe ausschenken lassen und euch dabei über soziale, politische und kulturelle Themen informieren. Dabei könnt ihr miteinander in Kontakt treten, euch austauschen und euch vernetzen. Neben dem "Blechpalast", der musikalischen Hauptbühne, gibt es eine "Waldbühne" im Kino Zukunft, wo es sich etwas abseits vom Festtrubel entspannen lässt. Auf der "Politbühne" werden aktuelle Stadt- und Kiezentwicklung, Flüchtlingspolitik und neue Formen der Bürgerbeteiligung vorgestellt und diskutiert. Im Bürgergarten des Laskerwiese e.V. könnt ihr Urban Gardening hautnah erleben. In der E-LOK wird es ein abwechslungsreiches Programm für Kinder und Jugendliche, z.B. ein Skaterworkshop und der Bau eines Insektenhotels, angeboten.
Im Anschluss an das Straßenfest findet ab 23.00 Uhr die Aprés Soup Party mit DJs und Livebands im Kino Zukunft statt.

Diskussion/VortragEssenMusik