Der Kampf um die Liebig34

Der Gerichtstermin um die Raeumung unseres anarcha-queer-feministischen Hausprojekts soll am 31.01.20 stattfinden. Padovicz will uns unser Haus nehmen und Politiker*innen wollen, dass wir die Fuesse stillhalten und einfach abwarten und zusehen, was irgendwelche Gerichte über unsere Zukunft entscheiden werden.
Aber wir lassen nicht irgendwelche cis-Maenner entscheiden, was mit unserem anarcha-queer-feministischen Projekt und zuhause passieren wird. Wir sind schon länger Scheiße wütend und werden es auch noch bleiben!

Die vergangenen Wochen im Nordkiez

In der letzten Zeit hat die Bullenpräsenz in unserem Kiez mal wieder massiv zugenommen. Helis fliegen des Öfteren die Woche tagsüber und auch nachts über unsere Dächer, Bullenwannen fahren routiniert ihre Schichten in der Nachbarschaft und Personenkontrollen werden wieder zur Alltäglichkeit.
Selbst an unseren Dorffest, selbstorganisiert mit unseren Nachbar*innen, bei dem das Variete und der Mit-mach-Zirkus viele Kinder aus der Nachbarschaft anzogen, stellten sich die Cops bedrohlich auf und versuchten unsere gemeinsamen Tage zu stören.
Auch sind in den letzten Wochen immer wieder Menschen aus unserer näheren Umgebung verhaftet und in Gewahrsam genommen worden. Der Umgang mit unseren Freund*innen war gewalttätig und sexistisch vonseiten der Polizei. Sei es morgens beim Kaffee holen oder abends beim gemeinsamen Küfa essen, die Bullen kommen und versuchen ständig uns von allen Seiten klein Zuhalten. Sei es durch den Staatsapparat seitens des Senats und Bezirks, die versuchen uns mit allen Mitteln zum Schweigen zu bringen oder durch die tägliche Konfrontation und Schikane durch die Cops. Es wird uns vermittelt, dass Angst geschürt werden soll.
Aber wir lassen uns nicht einschüchtern und für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir Widerstand leisten.
Wir wissen schon längst, dass dieser Umgang uns gegenüber nur eine Reaktion auf unsere Mobilisierung und den gemeinsamen Kampf gegen Verdrängung, Patriarchat, Diskriminierung und Kapital ist. Dies weckt in uns die Hoffnung, dass unser Kampf gegen die Stadt der Reichen und Mächtigen Früchte tragen könnte.

Ein Blick in unsere Zukunft
Wie auch schon vor der akuten Bedrohung der Räumung, ist und bleibt es wichtig, sich den Dorfplatz, autonome Räume und Straßen nicht nehmen zu lassen und Präsenz zu zeigen. Es ist Sommer in Berlin, ein Grund mehr unser Leben auf die Straßen zu verlagern. Lasst uns gemeinsam Padovicz und all den anderen Spekulanten zeigen, was wir von dem Gerichtstermin halten. Unterstützt uns mit euren kreativen Soli-Aktionen, setzt eure Kämpfe in Bezug zu unseren Kämpfen. Es gilt nicht nur einen besonderen Tag, wie den Tag unserer Räumung, in Fokus unserer Wut zu setzen. Dezentrale Aktionen, jetzt und überall, um der Normalität des Schweigens etwas entgegenzusetzen!
Selbst wenn sie unser Haus räumen werden, unsere Träume, politischen Ideale und Utopien, die hinter dem Haus stehen, können sie nicht räumen. Der Kampf gegen Kapital, Verdrängung, Patriarchat und Diskriminierung lässt sich nicht nur an einem Projekt und einem Tag festmachen. Es ist Zeit: Lasst uns rebellisch-feministische Banden bilden!

Wir werden weiter kämpfen für ein hierarchiefreies Leben fernab von Patriarchat und Kapitalismus. Für das Erlangen von antistaatlichen Perspektiven. Für eine befreite Gesellschaft, in der Wohnraum keine Ware ist!

Liebig34

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The Fight for Liebig34 goes further.

The Court hearing for the eviction of our anarcha-queer-feminist housing project will take place on the 30.01.20 . Padovicz wants to snitch away the house, while the politicians are trying to keep our mouths shut. Both parties are awaiting a final court decision. We do not let any cis-men decide about the future of our anarcha-queer-feminist project, cause simply no one should decide about us, but ourselves.

The last weeks in Nordkiez

Lateley, the presence of cops in our neighbourhood increased massively. Helicopters are flying daily and nightly over our roofs. Multiple police vans drive through our streets and ID-controls become part of everyday normality.

Also, during our self-organized neighbour fest in which a lot of children participated, the cops reacted in an aggressive way, trying to ruin our day. Several persons sympathising with our project, have been arrested and taken into custody. The arrests of these friends were very violent and sexist. Whether it’s about getting a coffee in the morning at the other side of the street or having dinnerin front of our house, the cops find ways to intimidate us. The system of state tries to silence us by all means. As a consequence, we face daily confrontation with the cops. However, their provocation is not something we allow to set us back or keep us small. It is something that encourages us to resist.
We are aware that their violent behaviour is purely a reaction on our mobilization in our joint-fight against gentrification, patriarchy and capital. All of this, shows us, that our battle against „the city of the rich and powerful“ is effectively starting to worry the establishment.

A glance into our future

It remains important to not let them take away Dorfplatz and the neighbourhood, but to show presence, since we want to shift life and summer to the streets in Berlin. Let us all together. Let us express to Padovicz and everyone else whatwe think of this court date which we received. Be creative and support us with solidarity actions. Further, it’s fundamental that the focus is not only on the eviction day of Liebig34, but that decentralized actions happen everywhere at any moment.
We won‘t be robbed of our desires and conviction when our house will be evicted. The fight against capital and patriarchy is not solely connected to one day or one project. Let’s form rebellious feminist gangs!

We will continue to battle further for a life free of hierarchies, away from patriarchy and capitalism. For a liberated society in which living spaces are no commodities in a consumerist world.

Liebig34

L34 feminist