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1. Mai 2002 Sonderseite
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Text: Einige Leute aus F-hain - 25.2.2002
Für eine offene Diskussion über einen linksradikalen 1. Mai
Dies soll ein Versuch sein, die Diskussionen in Teilen der linken Szene Friedrichshains zum ersten Mai 2002 transparent zu machen. Tatsache ist, dass in den letzten Jahren ein großer Teil der linken Szene Berlins sich überhaupt nicht mehr für den ersten Mai interessiert hat. Niemand hatte mehr Lust Aktionen zu planen, Demos zu organisieren, geschweige denn eine ernsthafte Auseinandersetzung innerhalb der radikalen Linken über Sinn und Zweck eines revolutionären ersten Mai zu führen. Im Vorfeld diskutierte Praxisformen fanden einfach nicht statt, weil niemand bereit war verbindliche Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
Während also ein großer Teil der Linken durch Desinteresse oder Praxisunfähigkeit glänzte, sah sich ein anderer Teil genötigt nicht über politische Inhalte, sondern - ganz der bürgerlichen Vorgabe folgend – über pro und contra des Steinewerfens zu diskutieren. Ohne Zweifel erkannten hier bestimmte Kreise ihre Liebe für das Heimische wieder und mit lokalpatriotischem Pathos wurde Kreuzberg 36 zum Sozialghetto stilisiert, in dem zwischen Rassismus, Arbeitslosigkeit und Islam sich ein neues revolutionäres Subjekt konstruiere. Gegen diese Idealisierung zur Verelendungsrevolte mahnte ein anderer Teil der Szene, die Riots seien von jedem politischen Inhalt entleert und was sich jedes Jahr wiederhole sei ein reines Ritual, das neben Hooligans und Zivi Cops "erlebnisorientierte" Jugendliche aus gutbürgerlichem Hause zum Krawall-Tourismus anlocke.
Wie aber ein linksradikaler erster Mai gemeinsam gestaltet werden könnte, darüber wurde herzlich wenig diskutiert. Als die revolutionäre 1. Mai Demo verboten wurde, herrschte Ratlosigkeit vor und wieder einmal wurde sich die Linke ihrer eigenen Schwäche bewusst. Dennoch denken wir, dass es ein wichtiges Zeichen war, dass die Demo – wenn auch im Verbund mit Bürgerrechtsgruppen – durchgesetzt wurde. Das aus der Erfahrung des letzten Jahres mit Demonstrationsverbot, Aufenthaltsverfügungen, Meldeauflagen und einem brutalen Polizeieinsatz sich ein Anti-Repressionsbündnis um den FU Professor Peter Grottian gebildet hat, können wir daher nur begrüßen. Dennoch sind wie uns bewusst, dass es sich bei dem mittlerweile gewachsenen Bündnis "Denk Mai neu. Für einen politischen und polizeifreien 1. Mai" nicht um ein linksradikales Projekt handelt.
Außerdem teilen wir die Einschätzung, dass zumindest ein Teil der Personen ein Befriedungsinteresse verfolgt, welches sich nicht allein nur die Polizei beschränkt. Hierzu gilt es in der radikalen Linken eine Position zu finden ohne in platte Vorverurteilungen und Verratsvorwürfe zu verfallen. Es ist bezeichnend, dass "Gruppen", die bisher kaum durch politische Praxis aufgefallen sind, jetzt der Antifaschistischen Aktion Berlin (AAB) den "Reformismus"-Vorwurf machen, weil diese mit Menschenrechtsgruppen im Bündnis zusammenarbeitet.
Gerade die Erfahrungen vom letzten Jahr oder erst jüngst in München haben gezeigt unter welchem Repressionsdruck linksradikale Politik steht. Insofern halten wir es für legitim, strategisch mit Bürger- und Menschenrechtsgruppen zusammenzuarbeiten um eine linksradikalen ersten Mai 2002 in Berlin realisieren zu können und wir fordern alle auf eine offene Diskussion über die inhaltliche Gestaltung dieses Tages zu führen. Denn ohne Frage schafft das Bürgerbündnis einen Freiraum den die radikale Linke für sich nutzen sollte um ihre eigenen Positionen und Inhalte zu vermitteln.
Rigaer 94 muss bleiben
Für ein soziales Zentrum
Für einen linksradikalen 1. Mai 2002
Einige Leute aus F-hain
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Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch in Berlin gibt es unter folgenden Telefonnummern:
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EA Berlin
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