"Soundtrack to a Coup d’Etat" Doku über Imperialismus: Regie: Johan Grimonprez 2024 - 157 Min. mit vielen Jazzkünstlern - Der Film besteht ausschließlich aus Archivmaterial
Ein lebendiger Filmessay, der Jazz u. Politik vereint, der zeigt, wie eng Politik und Kultur in der Ära des Kalten Krieges miteinander verknüpft waren. Musik spielt eine zentrale Rolle: Stücke wie "Freedom Day" von Abbey Lincoln und Max Roach oder andere Aufnahmen aus dieser Zeit - von Miles Davis über John Coltrane bis zu Miriam Makeba und Duke Ellington setzen emotionale Kontrapunkte zu den kalten Machtspielen. Nie zuvor veröffentlichte Interviews wurden speziell für den Film beschafft. Dazu gehören auch die Reden von Patrice Lumumba, die verloren geglaubt, aber im Keller des Africa Museums in Brüssel entdeckt wurden.
1960 das Historiker*innen heute als „das Jahr Afrikas“ beschreiben. Da gelang es auf einen Schlag 18 ehemaligen Kolonien, die Unabhängigkeit zu erlangen. Darauf bemühte sich die CIA in Zusammenarbeit mit belgischen Stellen und speziell angeheuerten Söldnern, den charismatischen Präsidenten der neu gegründeten Republik Kongo Patrice Lumumba ermorden zu lassen, weil dieser zu einem Vorkämpfer für die gesamtafrikanische Unabhängigkeit geworden war.
Laut CIA-Agent Devlin ist es der US-Präsident Eisenhower der den Mord an Lumumba in Auftrag gegeben, der habe die Beseitigung von Lumumba und zwei seiner Gefährten, Joseph Okito und Maurice Mpolo, angewiesen.
Nikita Chruschtschow, Erster Sekretär der KPdSU, fordert vor der UNO 1960 das Ende der kolonialen Ausbeutung. "Ein Ende. Das Grab der kolonialen Sklaverei. Genug von ihr, und man begrabe sie, je tiefer, umso besser."
1961 stürmten die Sängerin Abbey Lincoln + Schlagzeuger Max Roach den UN-Sicherheitsrat, um gegen die Ermordung des Patrice Lumumba zu demonstrieren. Weitere Demonstranten lösten ein Handgemenge im Saal aus. Gleichzeitig schicken die USA Louis Armstrong als „Botschafter des Jazz“ um die Welt, um vom CIA-gestützten Staatsstreich abzulenken.
Ernesto Che Guevara sprach in seiner Rede vor der UNO im Dezember 1962 von den »schmerzlichen Ereignissen im Kongo, einzigartig in der Geschichte der modernen Welt; sie zeigen, wie das Recht der Völker mit absoluter Straflosigkeit und mit dem unverschämtesten Zynismus missachtet werden kann«.
Lumumba habe tot aufgehört, Person zu sein und sei zu »ganz Afrika« geworden, meinte Jean-Paul Sartre 1963. Das gilt heute mehr denn je.
Am 17. Januar 1961 wurden Patrice Lumumba und seine zwei Gefährten Joseph Okito + Maurice Mpolo ermordet.
https://en.wikipedia.org/wiki/Patrice_Lumumba
https://de.wikipedia.org/wiki/Patrice_Lumumba
https://www.uni-wuerzburg.de/accuw/forschung/kultur-und-literaturwissenschaften/die-literarische-repraesentation-von-patrice-lumumba/
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