Ende letzten Jahres ist der Filmemacher und LGBTQ+-Aktivist Rosa von Praunheim verstorben. Zu seinem Gedenken wollen wir zusammen einen historischen LGBTQ+-Film schauen und diskutieren.
Die Filme von Rosa von Praunheim haben die LGBTQ+-Bewegung in Westdeutschland und darüber hinaus geprägt. Die Bettwurst (1971) gilt als der erste deutschsprachige Film im Camp-Stil. In Ich bin meine eigene Frau (1992) verfilmte er die Autobiographie der Ostberliner trans Ikone und Museumsleiterin Charlotte von Mahlsdorf.
Sein berühmtester Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971) zeichnet ein mitfühlendes aber auch kritisches Bild der schwulen Szene Westberlins, in der eine Fixierung auf Sex und Äußerlichkeiten authentische und erfüllende Verbindungen erschwert.
Er enthält eine flammende Aufforderung, sich nicht mit einer miserablen Nische in der bürgerlichen Gesellschaft zufriedenzugeben, sondern zusammen mit anderen Unterdrückten für eine Welt zu kämpfen, in der freie Entfaltung und wahre Liebe für Alle zugänglich wird. In zahlreichen Städten hat der Film die Gründung von Lesben- und Schwulenorganisationen inspiriert, so auch die Homosexuelle Aktion Westberlin.
Wir wollen zum Gedenken an Rosa von Praunheim zusammen einen historischen LGBTQ+-Film gucken und uns anschließend bei einem Kaltgetränk austauschen über den Kampf für queere Befreieung im Kapitalismus – aber auch über die Rolle von Kunst und Kultur in diesen Kämpfen.
Rosa und Karl
Sonnenallee 152
(Hinterhof)
12059 Berlin
Deutschland